Wine – Glas inclusive

News aus der Weinwelt
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Vor einiger Zeit hatte ich schon mal davon berichtet: Wein inkl. Plastikglas. Damals aus der Ferne, entgeistert und gleichzeitig fasziniert, welchen Weg Wein manchmal geht. Oder genauer: die Menschen mit Wein. Nun begegnete ich solchem Wein im Supermarkt, und ich konnte nicht widerstehen, ich griff zu, kaufte “Easy Wine Glass Chardonnay” (Wine of France, 13%vol.) und “Easy Wine Glass Merlot” (Wine of France, 13%vol.).

Natürlich Merlot und Chardonnay. Manche Rebsorten vertragen sich anscheinend besser mit Plastik als andere. Und wenn es Rebsorten gibt die sich als Markenname “Coca Cola” nähern, dann sind es diese beiden Weltstars. Abgefüllt wurden die Weine von – Obacht! -: Cefour Wine & Beverage, Ahus, Sweden. 18,75cl für je 1,99 Euro. Wie er schmeckt? Kein Kommentar. Ich bin schließlich hier um über den Geschmack von Wein zu schreiben – und nicht über den von Plastik.
Und wie dieser Werbespot verrät, richtet sich dieses Produkt ausschließlich an jene, die zu blöd sind eine Flasche Wein zu entkorken. Natürlich ginge auch ein Wein mit Schraubverschluss…

31.05.2013 um 23:14, Aus dem Leben eines Weingeniessers, News aus der Weinwelt » Keine Kommentare     » Weiterlesen

Wine & Music: Me Myself And Wine

Wine & Music

Es gibt Situationen in denen hilft nichts. Aber am ehesten Wein. Über eine solche singt Ron Sexsmith in “Me Myself And Wine”. Ein einsamer Geburtstag, aus der Stereoanlage erklingt “Don’t Cry For Me Argentina”, und der Ich-Erzähler des Songs redet sich ein alles wäre in Ordnung – obwohl er genau weiß, das es nicht so ist. Schließlich sorgt er dafür, das er sich bewusstlos trinkt, bevor er wachen Geistes einschläft. Ja, es gibt wahrlich erfreulichere Situationen. Aber auch solch eine verdient es besungen zu werden. Und Ron Sexsmith macht es grandios, mit Schwung und einer Riesenportion Ironie. Hier eine ganz frische Live-Aufnahme aus Berlin:

I’m making the most of my loneliness
In the place where I am lonely best
Willow don’t weep for me now
I’m having a real good time
Me myself and wine

I’m raising a toast to my phonograph
As the ghostly music fills the rafters
Lifting the dust and the cobweb
‘Til suddenly everything shines
Me myself and wine
Oooo-h
Me myself and wine

Another year older
Another dead soldier
I’m popping the cork off a vintage red
I’m going out of my mind before I get into bed

Ron Sexsmith ist mit manchem gestraft: einem doofen Nachnamen, einem Bübchengesicht, einigen der unattraktivsten Covern der Geschichte und einem Hang zu einer Art von Musik, die heute in den Charts nicht mehr stattfindet. Das Pech der späten Geburt, denn der Kanadier ist einer der besten Singer/Songwriter der Gegenwart und hat in seinem Heimatland nicht umsonst Kultstatus, namhafte Fans unter Musikern, darunter “Coldplay”, die ihn gecovert haben.

Ron Sexsmith begleitet mich musikalisch schon seit seinem Debüt-Album 1995. Seine Veröffentlichungen sind stets von verlässlicher Qualität und ein Knaller ist immer drauf. “Me Myself And Wine” stammt von seinem neuesten Werk, dem zwölften, das den Titel “Forever Endeavour” trägt. Etwas melancholischer als sonst, aber wie immer mit wunderbarer Crooner-Stimme vorgetragen, folkig, poppig, manchmal jazzig. Musik die zu einem flackernden Kamin in der Holzhütte passt. Und zu einem guten Glas Wein natürlich auch.

28.05.2013 um 20:35, Wine & Music » Keine Kommentare     » Weiterlesen

Weinwissen für Angeber XXVIX

Weinwissen für Angeber

Bei “Weinwissen für Angeber” geht es zum ersten Mal um Weinsprichwörter und Redewendungen – Teil einer gepflegten Weinunterhaltung. Und zwar um die Klassiker “Im Wein liegt Wahrheit” sowie “Wein, Weib und Gesang”. Darf man das zitieren? Was steckt dahinter? Und wo findet sich eigentlich die Wahrheit im Glas? Ist sie etwa das was unten in der Flasche hängenbleibt?

Der Inhalt unseres Podcasts basiert übrigens auf meinem gleichnamigen Buch, das auch unter dem Titel “Henns lustige Weinschule” im Bassermann-Verlag erschienen ist. Eine völlig bierernste aber dafür weinseelige Angelegenheit.

Sprecher: Wolfgang Severin & Hagen Range

Regie: Carsten Henn

Produktion: David Stammel (Megagain Soundlab)

Sämtliche Einnahmen aus dieser Podcast-Produktion gehen an das Anti-Aids-Projekt “Hope” in Südafrika.

23.05.2013 um 7:00, Weinwissen für Angeber (Podcast) » Keine Kommentare     » Weiterlesen

Eine echte Meierei!

News aus der Weinwelt
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Ein Wettbewerb bei dem ich wirklich gern in der Jury sitze ist “Die junge Südpfalz – da wächst was nach!”, denn die Region ist sehr dynamisch und es ist wirklich toll, wie viele Winzertalente hier sprießen. Als bester Jungwinzer wurde in diesem Jahr Georg Meier aus dem Weingut Valentin Ziegler Sohn (Weyher) ausgezeichnet – wie schon 2011. Insgesamt gab es 46 Bewerber (mit jeweils 5 Weinen), 20 davon schafften es ins Finale. Auf Platz zwei schaffte es Marius Meier aus Rhodt vor Florian Geisser (Schweigen-Rechtenbach), Peter Klein
(Hainfeld) und dem Vorjahressieger Andreas Meier (Heuchelheim-Klingen). Die Plätze 2 bis 7 lagen bei der Durchschnittsnote dabei enorm eng zusammen. Vielleicht sollten sich ein paar der Meiers zwecks leichterere Unterscheidung umbenennen. Schmidt soll ja auch ein schöner Name sein. Oder Müller ;-)

Ausgezeichnet wurde nicht nur der Gesamtsieger, sondern auch die Sieger in einzelnen Rebsortenkategorien: Georg Meier für seine trockene Riesling Spätlese „Granit Goldkapsel“, Marius Meier für seinen Weißburgunder, Andreas Meyer für seinen Grauburgunder „Kalkmergel“, Peter Graf für seinen Chardonnay, Peter Klein für seinen Grünen Veltliner in der Kategorie „Andere Weißweine“, Dominik Stern für seinen Spätburgunder „Barrique“ sowie Peter Klein für seinen Frühburgunder in der Kategorie „andere Rotweine“.

Teilnahmeberechtigt am Wettbewerb sind Kellermeister in Betrieben der Südlichen Weinstraße, die das 35. Lebensjahr noch nicht vollendet haben und entscheidende Mitverantwortung an den Weinen des Betriebes haben. Neben dem Juryvorsitzenden Jürgen Mathäß gehörtern der Fachjury in diesem Jahr an: Christine Fischer (Sommelière und Bauchautorin), Jürgen Fendt (Chefsommelier im Hotel Barreiss, Baiersbronn), Prof. Ulrich Fischer (DLR, Neustadt), Hermann Pilz (Chefredakteur „Die Weinwirtschaft“), Stefan Scherrer (Weinkontrolleur), und ich. Für mich ganz persönlich ein echter Hingucker: der beste Spätburgunder des Wettbewerbs, von Dominik Stern aus Hochstadt. Da merkt man, dass der Stil des Kult-Weinguts Friedrich Becker für einige Betriebe mittlerweile Vorbildfunktion hat. Und der Grüne Veltliner von Peter Klein lehrt sogar einige Österreicher das Fürchten.

Die Bestplazierten in der Gesamtwertung
1 Georg Meier, Weyher
2 Marius Meyer, Rhodt
3 Florian Geisser, Schweigen-Rechtenbach
4 Peter Klein, Hainfeld
5 Andreas Meyer, Heuchelheim-Klingen » Weiterlesen

21.05.2013 um 11:33, Aus dem Leben eines Weingeniessers, News aus der Weinwelt » Keine Kommentare     » Weiterlesen

Probe mit ehemals “ausgestorbenen” Rebsorten

News aus der Weinwelt
Südpfalzweinberg

Bereits mehrfach habe ich hier im VINUM-Blog und auch im Magazin über die Arbeit des Rebenretters Andreas Jung berichtet, denn ich finde sie enorm wichtig. Unter anderem dank eines Aufrufs im VINUM-Blog konnte der “Südpfalzweinberg” gerettet werden, ein vitaltes Rebsortenarchiv vieler alter deutscher Sorten. Nun will Andreas Jung mittels einer Probe Geld für dieses wichtige Projekt sammeln, weswegen ich seine Einladung hier gerne auch für euch öffentlich mache:

Liebe Patinnen und Paten des Südpfalzweinbergs,
liebe Unterstützer und Freunde der Rebsortenarchive,

Die Umbauarbeiten im Rebsortenarchiv Südpfalzweinberg sind nahezu beendet. Sie waren notwendig geworden, da eines der beiden Pachtverhältnisse nicht fortgesetzt werden konnte und der Südpfalzweinberg an die neuen Verhältnisse angepasst werden musste. Was leider an Fläche verloren ging, wird in den nächsten Jahren seitlich dazugebaut werden. Es sind keine Sorten verloren gegangen. Das Rebholz wird gerade in der Rebschule veredelt und steht nächstes Jahr wieder zur Pflanzung zur Verfügung. Dabei will ich die entstandene Gelegenheit nutzen und einige Änderungen hinsichtlich des Sortenspektrums durchführen. Zukünftig will ich den Schwerpunkt mehr auf die Erhaltung der seltenen, vom Aussterben bedrohten Sorten legen und dafür einige Klone häufiger Sorten wie Riesling, Silvaner oder Trollinger aufgeben. Statt dessen werden sehr seltene Sorten wie Süßschwarz. Kleinberger oder Adelfränkisch gepflanzt.

Es ist Zeit, wieder nach vorne zu schauen. Wie angekündigt, will ich die einst von Andreas Schäffer begonnene Tradition eines jährlichen Treffens der Patinnen, Paten und Förderer fortsetzen.

Ich plane hierzu am Samstag, den 27. April 2013 eine besondere Weinprobe, die durch kulinarische Leckereien ergänzt wird. Nach der momentanen Planung sollen 2 x 4 Weine verkostet werden, die aus sehr seltenen, teils bis vor kurzem noch ausgestorbenen Rebsorten gekeltert wurden, darunter je zwei Ausbauvarianten der Weißweinsorten Adelfränkisch und Kleinberger, sowie je ein Rotwein von Süßschwarz / Affenthaler, Mohrenkönigin, Hartblau und Schwarzurban. Im Rahmen eines bebilderten Kurzvortrags werde ich Ihnen einige ergänzende Hintergrundsinformationen zu den Sorten und zum Thema der alten, vergessenen Rebsorten geben.

Andreas Jung

Die Rettung dieser Sorten geht auf meine Sammelaktivitäten in alten Weinbergen in den Jahren 2005 – 2010 zurück. Dass einige der über 300 von mir gesammelten Sorten jetzt teils mit 100 – 400 Stock im Versuchsanbau stehen und in den von mir aufgebauten Rebsortenarchiven bewahrt werden, wäre ohne die tatkräftige Unterstützung von privaten Weingütern nicht umsetzbar gewesen. Der Staat hat hierzu nichts beigetragen. Glücklicherweise gibt es noch engagierte Winzer, die dem Austerben der alten Sorten nicht länger tatenlos zuschauen wollen.

Wichtig!

Damit die Veranstaltung stattfinden kann, ist es unbedingt notwendig, dass Sie sich zuvor bei mir anmelden, per Telefon (06347 700294), Email (info@rebenpatenschaft.de) oder auch per Brief. Da nicht jeder Pate eine Emailadressse angegeben hat, bitte ich die Besteller, die Paten und Patinnen zu informieren.

Um die kulinarischen Genüsse organisieren zu können, ist eine Mindestteilnehmerzahl von 20 Personen erforderlich. Gerne können Sie auch Freunde, Verwandte und Bekannte anmelden. Der Raum fasst jedoch nicht mehr als 40 Personen. Melden Sie sich also bald an.

Der Unkostenbeitrag für die Vor- und Hauptspeisen beträgt 25 Euro, für den Wein 10 Euro. Für Patinnen und Paten ist die Weinprobe frei. Das Essen muss jeder selbst bezahlen. Der Preis ist auch von der Zahl der Teilnehmer abhängig und kann sich noch geringfügig ändern.

Melden Sie sich also bitte innerhalb der nächsten zwei Wochen bei mir an, sonst muss die Veranstaltung ausfallen.

Ich wünsche Ihnen ein Frohes Osterfest und hoffe, Sie in 6 Wochen persönlich begrüßen zu können.

Ihr
Andreas Jung

21.04.2013 um 22:12, News aus der Weinwelt » Keine Kommentare     » Weiterlesen

Andrea Pirlo – Fußballgott… und Winzer!

News aus der Weinwelt

Heute Abend: Juventus Turin gegen Bayern München in der Champions League. Kopf der Turiner Mannschaft ist Andrea Pirlo – und der Bursche hat ein Weingut. Es findet sich in Capriano del Colle, südlich von Brescia. Sein Name: “Pratum Coller”, wobei “Pratum” lateinisch für Rasen ist – auf dem er schließlich unter anderem Weltmeister und zweifacher Champions-Leaguue-Sieger geworden ist. Hier ein englischsprachiges Video, das ich dazu auf YouTube gefunden habe:

10.04.2013 um 19:05, News aus der Weinwelt » Keine Kommentare     » Weiterlesen

Nachtanken – Jetzt auch Wein!

News aus der Weinwelt
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Etwas Historisches ist geschehen: die erste Autobahn-Vinothek Deutschlands wurde an der Raststätte Würzburg Nord der A3 eröffnet – inklusive weitem Blick auf die Randersacker Weinberge. Endlich kommt zusammen, was zusammengehört: Rasen & Saufen! Allerdings erst einmal nur fürt ein halbes Jahr auf Probe, immer von Donnerstag bis Sonntag. Dann wird man sehen wie erfolgreich die Kombination “Erst kippen – dann fahren” ist, oder vielleicht eben auch: “Erst verkosten – dann fahren lassen”.

Der geschäftsführende Vorstand der Winzergemeinschaft Franken, Michael Schweinberger, sieht das Ganze unproblematisch: „Jeder muss selbst entscheiden, was er tut, und verantwortungsbewusst handeln. Wir weisen dennoch jeden auf die Auswirkungen hin, wenn er erst Wein probieren und danach weiter fahren will.“ Wisse: Die Winzergemeinschaft Franken eG. am Main (bekannt als GWF) hat die Vinothek eröffnet.

Der ADAC sieht das Ganze problematisch: „Alkohol kann man natürlich auch an Tankstellen kaufen, aber eine Vinothek ist zum Verkosten da. Insofern ist das schon ein Problem“, so Verkehrsexperte Jürgen Hildebrandt (ADAC Nordbayern).

Aber mal ehrlich: an jeder Tanke kann man härteres Zeug kaufen und das wird dann auch gekippt. Drei kleine Schlückchen Wein führen nicht zur Fahruntüchtigkeit. Hoffen wir, das die Verkehrsstatistik uns nicht eines Besseren belehrt. Oder ob der Name einer Randersackerer Lage, den die GWF auch im Programm hat irgendwann enorm unlustig klingt: Ewig Leben.

Bonmot am Rande. Auf der Homepage der Genossenschaft findet sich nichts zu der Vinothek. Man ist wohl selber skeptisch, wie das mit der neuen Betankungsanlage läuft…

07.04.2013 um 21:24, News aus der Weinwelt » Keine Kommentare     » Weiterlesen

Aktiver Wein

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“Wein aktiv erleben”, das kllingt nah Fitness-Programmm, nach “Schlank durch Wein”, nicht nach nett einen Wein süppeln während die Sonne einem auf die wohl gefüllte Plautze scheint. Mich schreckt “Wein aktiv erleben” ja schon ab. Wein und Aktivität, das ist nicht so meins. Ich bin da strikt für Passivität. Ich sitze/stehe/liege und der Wein kommt zu mir. Nur meine Geschmackspapillen werden aktiv. Für alle anderen hat das Deutsche Weininstitut (DWI) in seiner Broschüre “Wein aktiv erleben” über 1.000 Veranstaltungen rund um den heimischen Wein in ganz Deutschland zusammengetragen. Sie kann ab sofort gratis per E-Mail bestellt werden – oder gedownloadet (was im Übrigen ein Wort ist, das beim Schreiben in den Fingern weh tut).

Chronologisch und nach Gebieten sortiert, finden sich darin Weinfeste, -präsentationen, -messen, Erlebnistage oder weinkulinarischen Events in der gesamten Republik. Zusätzlich zu der gedruckten Veranstaltungsbroschüre bietet das DWI einen stets aktualisierten Online-Kalender unter www.veranstaltungen.deutscheweine.de. Eine Suchfunktion ermöglicht es nach Datum, Region und Veranstaltungsart getrennt zu recherchieren und sich über direkte Verlinkungen zu den jeweiligen Events näher zu informieren. Ganz praktisch das Ganze.

Winzer können ihre Veranstaltungen übrigens auch selbst kostenlos in die DWI-Online-Datenbank eintragen. Dafür gibt es eine Eingabemaske auf www.veranstaltungen.deutscheweine.de unter dem Punkt „Veranstaltung melden“. Vorher muss man sich nur in der Winzerdatenbank des DWI (www.deutscheweine.de / Menüpunkt „Tourismus / Winzersuche“) registrieren.

“Wein aktiv erleben” als PDF-Download oder per E-Mail bestellen unter: winzerfeste@deutscheweine.de

27.03.2013 um 15:53, Aus dem Leben eines Weingeniessers » Keine Kommentare     » Weiterlesen

Mein neues Lieblingsetikett

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18.03.2013 um 7:00, Aus dem Leben eines Weingeniessers » Keine Kommentare     » Weiterlesen

Winzer Wolfgang Hehle ist tot

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Wolfgang Hehle vom Weingut Deutzerhof ist tot. Nach Gerhard Stodden verliert das Ahrtal damit in kürzester Zeit einen weiteren seiner besten und profiliertesten Winzer. VINUM-Lesern ist Wolfgang Hehle unter anderem bekannt, weil wir mit seinem Sohn Johann den interaktiven „Wein 2.0“ erzeugten. Als gelernter Steuerfachmann bestand er 1982 die Prüfung zum Winzermeister, brachte das Gut zu seiner heutigen Größe, und machte es zu einem der besten des Landes. Nach langem Leiden unter einer schweren Krankheit erlag er dieser heute morgen im Kreis seiner Familie.

Wolfgang war ein echter Freund, seit vielen Jahren. Eine meiner ersten Weinreisen führte mich zu ihm, damals war ich gerade volljährig und fuhr einen alten, klapprigen VW Käfer. Obwohl man mir ansah, dass ich kaum Geld für auch nur eine einzige Buddel teuren Wein hatte, nahm er sich die Zeit für eine ausgiebige Probe und sogar für eine Kellerführung. So war er, wenn er bei jemandem Begeisterung für Wein spürte, weil er genau diese Begeisterung auch hatte. Wer bei ihm zur Probe kam, der war bei Freunden – und konnte nicht einfach einen einzigen Wein verkosten, nee, das ging nicht. „Komm, den musste unbedingt noch probieren!“ Gerne präsentierte er seine Weine blind, ließ einen raten, was man im Glas und wie er das hinbekommen hatte. Und er erzählte und erzählte, wenn er einmal anfing, dann hörte er nicht mehr auf. Aber es gibt auch eben so viel zu erzählen, wenn einem das Herz übergeht vor Wein.

Ich muss bei Wolfgang immer an das Lied „Jraaduss“ der Kölschrocker „Bap“ denken. Der Refrain lautet übersetzt: Bleib da, wo du bist / Halt dich irgendwo fest / und bleib so wie du warst /geradeaus. So war Wolfgang, geradeaus, ehrlich, authentisch, hatte das Herz auf der Zunge (und er hatte ein verdammt großes Herz), auch wenn das mal zu Ärger führte, egal, er sagte was er dachte, ungeschminkt. Manchmal sind Weine wie ihre Winzer, dann tragen sie wirklich eine Handschrift, dann sind sie nicht gemacht nach einem Trend oder dem Mainstream, dann sind sie das, was der Winzer fühlt, was er ist. Die Weine des Deutzerhofs waren immer wie Wolfgang: authentische Weine, die sich nicht scheuten Ecken und Kanten zu haben, die gerade wegen ihrer Ecken und Kanten begeisterten, Weine mit großer innerer Kraft und Spannung, die von ihrer Heimat, dem Ahrtal erzählten. Vom Schiefer. Den steilen Hängen. Den heißen Sommern. Der harten Arbeit. In ihrer Straffheit waren es Spätburgunder für Riesling-Trinker. Wolfgang schätzte Laurent Ponsot aus dem Burgund, einen positiv Verrückten, das war Wolfgang auch – glücklicherweise mehr positiv und weniger verrückt als Ponsot. Außerdem: Immer unter Strom. Starkstrom. Großes Aggregat. Stets feilte er weiter an seinen Weinen, das hielt ihn am Laufen, Ehrgeiz sympathisch, der Jürgen Klopp unter Deutschlands Winzern. Und er lachte gern, war eine rheinische Frohnatur, dann funkelte es in seinen Augen, er hatte den Schelm im Nacken, man sah ihm auch an, wieviel Freude es ihm bereitete, wenn ein Wein gelang, das war wie ein 4:0 Kantersieg in der Champions League.

Wolfgang war in seinem Ahrtal verwurzelt. „Was soll ich denn woanders?“ sagte er einmal zu mir. „Guck dich um! Wo soll es denn schöner sein?“ Man kann ihn verstehen, ihn, den Jäger, der stundenlang auf dem Hochsitz verbrachte, den Schmecklecker, der Spitzenküche und vor allem gute Saucen zu schätzen wusste, aber ebenso immer auf der Suche nach der besten Currywurst war. Auch bei seinen Weinen war ihm beides wichtig: Brot & Butter-Weine und Spitzenkreszenzen, kein Gut an » Weiterlesen

14.03.2013 um 15:38, Aus dem Leben eines Weingeniessers, News aus der Weinwelt » 11 Kommentare     » Weiterlesen