Deutschlands Weingenossenschaften im Duell
Sensationell hohes Wein-Niveau beim 3. Deutschen Genossenschaftscup:
Klarer Sieg für DIVINO in Nordheim (Franken) und wohlverdiente zweite Plätze für die Felsengartenkellerei Besigheim und die DAGERNOVA Weinmanufaktur Dernau (Ahr).
Die Spannung war riesengroß. Bis zum letzten Tropfen der insgesamt 35 verkosteten Weine herrschte totale Aufmerksamkeit im Heilbronner Ratskeller, die nur Kienzle in einem seiner Fernsehkrimis hätte toppen können. Ein äußerst knapper Sieg bescherte der Winzergenossenschaft DIVINO aus dem fränkischen Nordheim den begehrten ersten Platz. Den zweiten Platz teilten sich die Felsengartenkellerei Besigheim aus Hessigheim und die Dagernova Weinmanufaktur Dernau aus Ahrweiler. Beide Betriebe hatten das gleiche Durchschnittsergebnis erzielt.
Das Collegium Wirtemberg aus Stuttgart konnte sich den vierten Platz sichern und verdrängte damit die beiden badischen Nachbarn aus Pfaffenweiler und Sasbach, die punktgleich lagen, auf den fünften Rang. Mit Platz sieben durchaus zufrieden waren die Repräsentanten der Fellbacher Weingärtner. Immerhin hatten sich an dem Wettbewerb 60 deutsche Winzergenossenschaften beteiligt. Vor dem Finale mussten zwei Runden ganz nach sportlichen Kriterien mit direkten Begegnungen und einer Gruppenphase bewältigt werden, fast wie bei der Champions League.
Ein besonderes Highlight war die Weinverkostung kurz vor dem Finale. Alle acht Juroren aus dem Weinhandel, der Weinberatung und den Medien verkosteten und bewerteten gemeinsam mit den "Schlachtenbummlern" der sieben Gewinner-Betriebe sowie den VINUM-Lesern die vorgestellten Weine. Bei dieser Blindverkostung, die vor dem anwesenden Publikum stattfand, waren im Vorweg lediglich die Weinsorten und die Jahrgänge bekannt. Ein informatives und interessantes Procedere für alle Weinliebhaber, das Dank des aufmerksamen Ratskeller-Teams reibungslos verlief.
Wie knapp das Ergebnis letztlich ausfiel, zeigten die Durchschnittsnoten. DIVINO brachte es auf 16.5 Punkte, die Zweitplatzierten aus Hessigheim und Ahrweiler auf jeweils 16.3 Punkte, Collegium Wirtemberg erreichte 16.2 Punkte. Auf ihre 15.9 Punkte konnten die Pfaffenweiler und Sasbacher durchaus stolz sein, ebenso die Fellbacher mit 15.7 Punkten.
Besonders auffällig waren die ausgezeichnete Qualität und das anspruchsvolle Niveau aller präsentierten Weine. VINUM-Redakteur Rudolf Knoll kommentierte: "Es hat wohl noch nie in Deutschland eine Weinprobe mit ausschliesslich Weinen aus Genossenschaften gegeben, die ein so exzellentes Niveau hatte." Bewertet wurde nach dem 20-Punkte-System. Nur zwei Weine verpassten knapp die 15-Punkte-Marke, die für die Note "sehr gut" steht. Alle anderen Weine lagen darüber. Der beste trockene Weißwein war ein 2009er Grauburgunder des Siegers DIVINO (16.8 Punkte). Bei den Rotweinen schwärmten die Verkoster vom 2008er Lemberger "Schwarzer Rappe" der Felsengartenkellerei, dem 2009er Spätburgunder Heimersheimer Kapellenberg der Weinmanufaktur DAGERNOVA und vom 2007er Amandus, einer roten Cuvée der Fellbacher Weingärtner (beide 16.9 Punkte). In der kleinen Gruppe der edelsüßen Weine (fünf Anstellungen) trumpften noch einmal die Nordheimer mit einem brillanten 2009er Silvaner Eiswein (17.6 Punkte) auf.
Wir freuen uns auf viele weitere spannende Wettbewerbe im Jahr 2012.