Make Wine Not War

News aus der Weinwelt

Man bekommt es in unseren Breiten kaum mit, aber Argentinien und Großbritannien streiten sich mal wieder um die Falklandinseln – pünktlich zum 30jährigen Jubiläum des Falklandkrieges. Nun dachten sich Weinproduzenten beider Länder: Make Wine Not War. Und setzten das auch gleich in die Tat um. Ich finde: genial!

Zwei Tonnen Malbec-Trauben wurden dafür 7,000 Meilen von einem Weinberg an den Ausläufern der argentinischen Anden zu einem Schaumweinproduzenten in Großbritannien transportiert – um genau zu sein zur “Chapel Down Winery” in Kent. Mitarbeiter des Gutes besichtigten die Weinberge im letzten April und wählten die Trauben aus, welche dann per Flugzeug innerhalb von fünf Tagen nach der Ernte in Kent ankamen, damit sie auch frisch genug waren.

Die erzeugten 1.300 Flaschen kommen diesen Monat noch auf den Markt – verkauft werden können sie in Großbritannien aus bezeichnungsrechtlichen Gründen allerdings nicht. Man kann ihn allerdings bei “Chapel Down” probieren, sowie in 70 Restaurants am “World Malbec Day” am 17. April (ja, den gibt es tatsächlich, dies ist kein verspäteter Aprilscherz..).

13.04.2012 um 7:00, Aus dem Leben eines Weingeniessers » Keine Kommentare     » Weiterlesen

Wine & Music: Drinkin’ Wine Spo-De-O-De

Wine & Music

Er lebt tatsächlich noch: Der 1935 in den USA geborene Rock’n'Roller Jerry Lee Lewis, genannt: The Killer – unter anderem bekannt durch seine Heirat mit seiner erst dreizehnjährigen Cousine Myra Gale Brown. Aber hauptsächlich durch seine unfassbare Art Klavier zu spielen und viele unsterbliche Klassiker: Great Balls Of Fire, Breathless, Good Golly Miss Molly, Whole Lotta Shakin’ Goin’ On. Er war auch Mitglied des legendären „Million Dollar Quartets“, zusammen mit Elvis Presley, Johnny Cash und Carl Perkins.

Einem Rock’n'Roller aus Louisiana würde man nicht zutrauen über Wein zu singen, aber der vergorene Rebensaft ist halt viel grenzüberschreitender, als mancher denkt. Der entsprechende Song heißt “Drinkin’ Wine Spo-De-O-De” und würdigt das Getränk unser aller Wahl vor allem als Stimmungsmacher:

Way down in New Orleans, everythings fine
All them cats just drinkin’ that wine
Drinkin’ that mess is sure delight
When they get slop drunk they sing all night

Drinkin’ Wine Spo-De-O-De Drinkin’ Wine
Drinkin’ Wine Spo-De-O-De Drinkin’ Wine
Drinkin’ Wine Spo-De-O-De
Pass that bottle to me!

Teuer muss die Brühe nicht sein, das Billigste ist gerade gut genug – wie die folgenden Liedzeilen beweisen:

Well I got a nickle you got a dime
Let´s get together and by some wine
Wine over here Wine over there
Drinking that mess everywhere!

Ein Dime sind 10 Cent, ein Nickle sogar nur 5 Cent. Was bekommt man da schon für? Nischt!
Später wird dann deutlich, was fröhlich in New Orleans als “Wein” gesüppelt wird:

Wine Wine Wine, Elderberry (= Holunder)
Wine Wine Wine, Oh Sherry
Wine Wine Wine, Blackberry (=Brombeere)
Wine Wine Wine, Half and Half (=eine Art Sahne)

Später verkauft Uncle Willie im Song dann noch was Gin. Man sieht: um Spo-De-O-De zu singen (was übrigens keine Bedeutung hat), sollte man munter alles in sich hineinschütten, was nicht zu akuten Vergiftungserscheinungen führt. Jerry Lee Lewis lässt das zumindest nach einem großen Spaß klingen.

Hier sieht man ihn 1997 – damals war er bereits 62 Jahre alt – auf einem Konzert in in Malmo (Sweden).

10.04.2012 um 16:12, Wine & Music » Keine Kommentare     » Weiterlesen

Was Mirabellen mit Brüsten zu tun haben

Mirabellen

Um das direkt klar zu stellen: meines Wissens haben Mirabellen nichts mit Brüsten zu tun. Es mag formal gewisse Ähnlichkeiten geben, doch habe ich beim Anblick einer Mirabelle noch nie gedacht: sieht aus wie eine Brust.

Bierproduzenten geht es da scheinbar anders.

Eben sah ich in einem französischen Supermarkt die hier abgebildeten Bierflasche. Eine Spezialität aus den Vogesen – Fruchtbier mit Mirabellen. Benannt nach Frankreichs polnischer Königin Maria LeszczyÅ„ska, die mit Ludwig XV. verheiratet war, ihm zehn Kinder gebar, und danach jegliches Sexualleben verweigerte.

Warum ist gerade sie auf einem Bier abgebildet? Ein Rätsel der Braukunst.

Und der Zusammenhang von Mirabellen-Bier und Brüsten? Wachsen einem von dem Trunk vielleicht solcherlei Brüste? Lachen nach dem Genuss des Bieres Frauen mit solchen Brüsten wie auf dem Bild? Zieht der Genuss dieses Bieres Frauen mit solchen Brüsten etwa an? Ich habe es nicht getestet. Aber vermutlich reicht es, dass Männer sich diese Fragen stellen, um das Bier zu kaufen. Immerhin denken sie mehrmals “Brüste!” – und das beschäftigt dann schonmal den Großteil des maskulinen Hirns. Viel Blut ist da für anderes nicht mehr vorhanden. Der Kaufreiz obsiegt.

Komisch, dass es so wenig Weinetiketten mit Brüsten gibt.

Sind Weintrinker weniger brustaffin als Biertrinker? Erotisiert den Weintrinker die Abbildung einer Rebe mehr als der weibliche Busen? Oder hat der gesellige Weintrinker ohnenhin ausreihend Brüste um sich, dass er keine Abbildungen mehr davon braucht? Diese Frage mag jeder für sich selbst beantworten…

06.04.2012 um 7:00, Aus dem Leben eines Weingeniessers » 4 Kommentare     » Weiterlesen

Schlampagner knallt immer häufiger

News aus der Weinwelt

2011 wird als das bisher zweitbeste Absatzjahr in die Annalen der Champagner-Winzer eingehen. 322,9 Millionen Flaschen wurden im letzten Jahr verkauft, das entspricht einem Plus von 1,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr. 2010 wurden 319,5 Millionen Flaschen abgesetzt. Nur 2008 wurde weltweit mehr Champagne ausgeliefert: 338,8 Millionen Flaschen. Der Wert der weltweiten Champagne-Lieferungen stieg um rund 7 Prozent auf 4,4 Milliarden Euro. Da knallten also die Korken rund um Reims.

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Foto: © Peretti – Collection CIVC

Einige Zahlen, für alle die wissen wollen, wer genau das Blubberwasser trinkt: Der deutsche Markt entwickelte sich mit 8,5 Prozent Absatzplus sogar noch besser als der allgemeine. Der Export aus der Champagne nach Deutschland stieg von rund 13,1 Millionen 2010 auf 14,2 Millionen Flaschen in 2011. Deutschland ist damit nach Großbritannien und den USA weltweit der drittgrößte Exportmarkt für Champagne. Da kann man als deutscher Weingenießer dann auch mal ein bißchen stolz sein ;-) . Das beste Absatzjahr für Champagne in Deutschland war 1997. Damals wurden 19,5 Millionen Flaschen ausgeliefert.

Nach Österreich wurden im vergangenen Jahr knapp 1,2 Millionen Flaschen Champagne versendet. Nach den 1,1 Millionen Flaschen des Jahres 2010 ist das ein Absatzplus von 7,2 Prozent. Österreich steht in der Liste der wichtigsten Champagne-Exportmärkte im Jahr 2011 damit auf Rang 18. Russland und China belegen die Plätze 16 und 17. Diese wachstumsstarken Märkte importierten im vergangenen Jahr etwas mehr Champagne als Österreich, nämlich beide rund 1,3 Millionen Flaschen.

In Frankreich wurde in den letzten Monaten des Jahres 2011 etwas weniger Champagne getrunken: 181,6 Millionen Flaschen wurden ausgeliefert, was einem Rückgang von knapp 1,9 Prozent zum Jahresabsatz 2010 entspricht, der bei 184,9 Millionen Flaschen lag. Der Champagne-Export stieg dagegen um 5,1 Prozent auf 141,3 Millionen Flaschen. Der Exportanteil am Absatz liegt damit 2011 bei 43,8 Prozent nach 42,1 Prozent im Vorjahr.

02.04.2012 um 20:12, News aus der Weinwelt » Keine Kommentare     » Weiterlesen

Gut gelembergert, Löwe!

News aus der Weinwelt
Emotion CG Lemberger

Im letzten Jahr sorgte der “Gault Millau WeinGuide Deutschland” für Aufsehen, als er die Weingärtner Cleebronn-Güglingen e. G. (Württemberg) zur “Entdeckung des Jahres” kürte. Nun hat die Genossenschaft diese Auszeichnung nachhaltig bestätigt, und beim “Vaihinger Löwen”, dem einzigen deutschen Lemberger-Preis, den ersten Platz in der “Kategorie Barrique trocken” gewonnen.

Mit dem Lemberger Emotion CG aus dem Jahrgang 2008 schlug die Weingärtner Cleebronn-Güglingen alle 77 Konkurrenten in der entsprechenden Kategorie – die ich als Königsklasse bezeichnen würde. In der “Kategorie trocken” gewannen die Fellbacher Weingärtner mit einem 2009 Fellbacher Goldberg Lemberger “P” trocken, in der “Kategorie höhere Restsüße als gesetzlich trocken” die Genossenschaftskellerei Heilbronn mit einem 2009 Heilbronner Stiftsberg, Lemberger Kabinett.

Die Weine der Linie Emotion CG werden bei der Weingärtner Cleebronn Güglingen seit 2009 verkauft, sie stellen das Premiumsegment dar. Aus dem Jahrgang 2007 entstand der erste Emotions-Wein. Umso erfreulicher ist für die Genossen der Sieg beim Vaihinger Löwen mit dem 2008er Lemberger Emotion CG, dem zweiten erzeugten Jahrgang. Einzeln ausgewählt wurden die Lemberger-Rebstöcke für diesen Wein. Nur alte Reben mit besonders lockerbeerigen und kleinen Trauben kamen in Frage. Der Wein wird auf der Maische vergoren, anschließend in Barriquefässern ausgebaut und unfiltriert abgefüllt.

Insgesamt wurden für den 20. Deutschen Lembergerpreis über 232 Weine angestellt, von familiengeführten Weingütern, VDP-Betrieben und von Weingärtnergenossenschaften.

30.03.2012 um 7:00, News aus der Weinwelt » Keine Kommentare     » Weiterlesen

Stellenangebot: Champagner-Botschafter

News aus der Weinwelt

Botschaftsangehöriger, das ist ein Job mit Prestige. Champagner, das ist ein Gesöff mit Prestige. Champagner-Botschafter ist also nahezu unschlagbar in Sachen Prestige. Vom 2. April bis 9. Juli kann sich für den Job beworben werden, per Mail an info@champagne.de oder direkt auf der entsprechenden Website: www.lesambassadeursduchampagne.com. Die benötigte Qualifikation: Wissen.

Carte du vignoble de Champagne
Karte: COMITE INTERPROFESSIONNEL DU VIN DE CHAMPAGNE

Natürlich ist es eigentlich ein Wettbewerb des Comité Champagne, und es gibt keine Botschaften, mit Botschaftangehörigen und Botschaftsweinkenner. Seit 2005 gibt es ihn schon, in acht Ländern Europas wird gesucht: Belgien, Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien, Niederlande, Spanien und der Schweiz. Erstmalig können 2012 auch Bewerber aus Österreich teilnehmen.

In diesem Jahr werden die verschiedenen Möglichkeiten der Wahl der Behältnisse für die Gärung und den Ausbau der Weine in der Champagne beleuchtet, denn das Comité Champagne hat folgendes Thema gewählt: „Inox oder Holz: eine Frage des Materials und des Stils“.

Champagne-Botschafter können alle Weinausbilder werden – Lehrer, Sommeliers, Weinhändler, Önologen, Liebhaber -, deren Beruf oder ehrenamtliche Tätigkeit die Vermittlung ihrer Leidenschaft zum Wein und Champagne einschließt. Die drei besten Bewerber jedes Landes werden nach einer schriftlichen Vorauswahl zum nationalen Finale eingeladen (in Deutschland zum Beispiel vom 17. bis zum 19. September 2012 im Hotel Traube Tonbach in Baiersbronn). Die Finalisten erhalten wertvolle Champagne-Gläser sowie Champagne im Gesamtwert von rund 900 Euro.

Der nationale Preisträger gewinnt eine einwöchige Einladung in die Champagne zu einem hochkarätigen Fachbesuchsprogramm im Rahmen des europäischen Finales. Die neun europäischen Finalisten treffen sich vom 15. bis zum 19. Oktober 2012 in der Champagne. Der europäische Sieger erhält zusätzlich zur Ernennung zum „Ambassadeur Européen du Champagne“ eine Künstler-Trophäe im Wert von rund 2.000 Euro und ausgewählte Champagne-Weine.

26.03.2012 um 10:09, Aus dem Leben eines Weingeniessers » Keine Kommentare     » Weiterlesen

Besoffene Fruchtfliegen

Manche Nachrichten lassen mich einfach nur Schmunzeln. Selbst wenn es um Fruchtfliegen geht. Aber Alkohol spielt auch eine große Rolle…

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Und danke dafür an den “Spiegel”. Ich sehe Fruchtfliegen nun mit anderen Augen.

Irgendwie sind sie mir nun viel, viel näher.

23.03.2012 um 7:00, Aus dem Leben eines Weingeniessers » Keine Kommentare     » Weiterlesen

In Vino Veritas – Interview mit Marco Giovanni Zanetti

In Vino Veritas: Der Fragebogen vom VINUM-Blog

Egal wo man ist: Läßt man in einer Runde mit deutschen Weinfreaks den Namen “Zanzo” fallen, wird immer einer, und meist viel mehr als einer, zustimmend raunen. Man kennt ihn, man schätzt ihn, diesen Typen, diese Urgewalt, diesen Wiesbadener Weingott. Diesen Bacchus der jungen, deutschen Weinszene. Und jetzt stellt er sich dem VINUM-Blog-Fragebogen.

Wer den Italo-Hessen (Mutter Friedbergerin, Vater aus dem Veneto) live erleben will muss ins Bad Nauheimer Restaurant “Parkstrasse 9″, wo er als Mundschenk wirkt. Gelernt hat er ursprünglich, im Jahr 1994 war das, Restaurantfachmann. Doch der Wein packte den 1977 in Wetterau geborenen schnell und 2002 schon legte er seinen staatlich geprüften Sommelier an der Deutschen Wein- & Sommelierschule Koblenz ab. Danach hinterließ er an vielen Stellen seine Spuren: 2004 war er Vertriebsleiter bei Deuna Weinimporte, dann arbeitete er 2006 als Sommelier im Weinforum / Restaurant LoftaGE (Frankfurt), 2007 war er Gastgeber / Sommelier im Restaurant Navette (Rüsselsheim), 2009 folgte ein USA-Aufenthalt für Vigna Dogarina (ein Weingut aus dem Veneto), 2011 war Zanzo als Berater beim Weinhandel Fertsch (Bad Nauheim).

Und dann gibt es da noch was: WINEPUNK! The fine Wine Agency!. Produziert wird “Pogo for your tongue!”, unter anderem der “Chateau Punk”.

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1.) Welches waren die drei besten Weine Ihres Lebens & wann haben Sie diese getrunken?
Der erste war ein 89er Colonello Barolo von Conterno. Der erste Wein überhaupt den ich bewusst getrunken habe und der mich nachhaltig verändert hat. Ab diesem Moment war Wein das zentrale Thema in meinem Leben. Das war 1995.

Der 2. Wein war sicherlich La Tache DRC aus dem Jahr 92. Ich habe die Pulle in einem Restaurant in Baltimore auf der Karte für 399 Dollar entdeckt und habe mit einer Fälschung gerechnet. Er war fantastisch.

Der 3. war ein Lambrusco einfachster aber sauberer Qualität an einem sehr speziellen Abend mit meiner besseren Hälfte. Tolles Erlebnis. Auch der Wein.

2.) Was war der schlimmste Wein Ihres Lebens?
Der schlimmste Wein war ein 86er Chateau Margaux. Der Wein war Zweifelsohne Fabelhaft. Die Gesellschaft der versnobten russischen Genossen mit welchen ich den Wein trank war leider ganz gruselig!

3.) Welcher Wein ist ideal zum Grillen?
Mein BBQ Wein ist in der Regel Lambrusco. Gerne aber auch Zinfandel in einfachen Qualitäten und etwas gekühlt!

4.) Für welchen Wein würden Sie eine Nacht mit Ihrer Traumfrau aufgeben?
Für den Wein welchen ich mit Joan Jett trinken würde! » Weiterlesen

21.03.2012 um 11:53, In Vino Veritas: Der Fragebogen vom VINUM-Blog » Keine Kommentare     » Weiterlesen

Erstes Gewäsch

News aus der Weinwelt

Bei einem sind die deutschen auf jeden Fall weltweit führend: verwirrenden Weinetiketten. Und immer dann, wenn der Konsument sich gerade an den Wahnsinn gewöhnt haben könnte, besonders an die unsinnigen Sonderregelungen, wird wieder was geändert. Der VDP hat vorgelegt (allerdings finde ich diese Änderung logisch und sinnvoll), jetzt zieht der Rheingauer Weinbauverband e.V. (Präsident: Stefan Ress, vom Weingut Balthasar Ress) nach und beantragt die Umbenennung des “Ersten Gewächses” in “Grosses Gewächs”.

In Hessen ist diese Bezeichnung – im Gegensatz zu jener des VDP – gesetzlich verankert. Genauer in § 10 der Hessischen Ausführungsverordnung zum Weinrecht und zur Reblausbekämpfung (HAVO).

Die Pressemitteilung liest sich so: “Nach eingehender Beratung von Möglichkeiten einer für den gesamten Rheingau sinnvollen Weiterentwicklung des 1999 eingeführten Ersten Gewächses und seiner etablierten Richtlinien, hat der Hauptausschuss des Weinbauverbandes auf seiner Sitzung den Beschluss des
Vorstandes gebilligt, das Gütezeichen „Erstes Gewächs“ künftig in „Grosses Gewächs“ umzubenennen.”

Ganz ehrlich? Wirklich sinnvoll wäre ein komplett anderer Name. Denn was in Hessen als “Grosses Gewächs” gilt hat manchmal – vor allem hinsichtlich des Restzuckers – nichts mit den trockenen Erzeugnissen der VDP-Güter gemein. Das verwirrt den Konsumenten. Auch das “Große Gewächs” des Bernkasteler Rings an der Mosel trägt dazu bei. Hätte man sich da nix eigenes ausdenken können? Im Rheingau liegt der Fall allerdings etwas anders, bei der Bezeichnung “Erstes Gewächs” war man schließlich schneller als der VDP. Trotzdem: Im Sinne des Konsumenten sollte man sich zusammensetzen und klar definierte Begriffe finden, die auf jeder Flasche dasselbe bedeuten. Denn sonst: Verwirrung. Aber wir alle wissen: Das wird nicht passieren. Schon gar nicht in Deutschland.

16.03.2012 um 7:00, Aus dem Leben eines Weingeniessers » 2 Kommentare     » Weiterlesen

Winzermord – Leider in echt

News aus der Weinwelt

Ich gestehe: auch ich habe Winzer bereits umgebracht und morden lassen – allerdings nur literarisch. Jetzt ist es – wieder einmal – in der Realität passiert. Der Täter, Winzer Siegfried L., ist 54 Jahre alt, stammt aus Dettelbach in Franken, und hat seinen 58 Jahre alten Bruder, einen unter Betreuung stehenden Alkoholiker, auf dem Gewissen.

Siegfried L. erschlug seinen Bruder am 27. Januar 2011 mit einer Eisenstange und versteckte die Leiche dann in einem Weintank – wie er jetzt gestanden hat. Als Grund für die Tat gab er an, dass sein Bruder ihn zuvor verhöhnt und ausgelacht habe, weswegen ihm der Kragen geplatzt sei. Nach seiner Aussage hatten die beiden schon seit über 30 Jahren Streit miteinander. Zwei Ehen des Täters scheiterten – Schuld war seiner Ansicht nach der Bruder. Kurz vor der Tat war eine Beziehung nach nur 10 Tagen in die Brüche gegangen – wieder soll der Bruder dafür verantwortlich gewesen sein.

Im Januar 2011 war der Ermordete zuerst vermisst gemeldet worden, dann gab es in seinem Wohnhaus Hinweise auf ein Gewaltverbrechen, und schließlich fand man die Leiche in einem Weißweintank auf dem Hof des Angeklagten.

Die Strafe: 10 Jahre und 6 Monate Haft.

Ich könnte jetzt hier schreiben: Schade um das Menschenleben – schade um den Weißwein. Dafür ist die Sache aber dann doch viel zu tragisch. Mein Gedanke, als ich davon las: eigentlich soll Wein die Menschen zusammenführen, und schafft das auch oft genug, wie ich selber erfahren durfte und darf. Manchmal aber geht es furchtbar schief. Zum Glück ist das die große Ausnahme.

12.03.2012 um 23:51, Aus dem Leben eines Weingeniessers » Keine Kommentare     » Weiterlesen