Vinum Blog
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Carsten Henn ist langjähriger Vinum-Mitarbeiter. Als Weinjournalist ist er zudem für den Gault Millau WeinGuide Deutschland tätig sowie Autor diverser Sachbücher zum Thema. Er studierte einen wunderbaren Sommer lang Weinbau in Australien & leitet heute nebenbei Deutschlands verrücktestes Weinprojekt - die "Deutsche Wein-Entdeckungs-Gesellschaft". Ach ja, Krimis schreibt er auch noch. Preisgekrönte. Immer inklusive Wein. Mehr Infos über ihn: www.carstensebastianhenn.de
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Archiv für die Kategorie „News aus der Weinwelt“
170 Jahre ruhten sie auf dem Grund der Ostsee – jetzt kommen sie unter den Hammer: 11 vom Meer Konservierte Champagner-Buddeln. Die Regierung der Ã…land Inseln betraute damit das Pariser Auktionshaus Briest–Poulain–F.Tajan.
Insgesamt wurden 162 Flaschen aus dem zwischen Finnland und Schweden liegenden Schiffswrack unbekannter Herkunft im Jahr 2010 geborgen – der Inhalt von 79 ist noch trinkbar. Dank der Korken konnte festgestellt werden, von welchen Champagner-Häusern sie stammen: Juglar (ein Haus das im 19. Jahrhundert schloss), Veuve-Cliquot und Heidsieck. Experten schätzen das die Flaschen aus den Jahren 1841-50 stammen, sie alle werden auf 10.000-15.000 Euro je Flasche taxiert. Es sind die ältesten Champagner-Flaschen die jemals gefunden wurden.
Dank konstanten Drucks und einer Temperatur zwischen 4 bis 6 Grad Celsius auf dem Meeresboden, sowie der Dunkelheit, ist die Qualität der Champagner – allesamt verkostet – nach Aussage des Auktionshauses erstaunlich.
Champagner-Experte Richard Juhlin sagt “The bottles found on the Baltic sea-bed off the Ã…land Islands prove that champagne possesses an undeniable ability to age perfectly. No other wine could have survived in such conditions and developed such aromas. I have come across champagnes which tasted fresher or more elegant, but here the aromatic intensity is quite superb – the most powerful I have ever tasted, and incredibly long in the mouth.”
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Veuve Cliquot steuert zu der Versteigerung 17 Flaschen aus der eigenen Schatzkammer bei. Alle Champagner können am 6. Juni ersteigert werden – in Mariehamn, per Telefon, Internet oder via Artcurial Live Bid. Schon letztes Jahr wurden zwei Flaschen aus dem Fund versteigert – wovon eine einen neuen Weltrekord für eine Flasche Champagner aufstellte (30.000 Euro für einen Veuve-Cliquot). Schnell entschloss man sich zu weiteren Versteigerungen über die nächsten Jahre, die den Namen “Ã…land’s Champagne Rendez-Vous” tragen. Der Gewinn geht an die “Baltic marine conservation”, ein paar Flaschen werden auch im Museum landen.
Also: das ist nicht die letzte Chance euer sauer Erspartes für alten Champagner auszugeben. Was Spaß macht und nichts kostet: sich den Katalog anzuschauen, und den findet man HIER.
Wo findet sich der “Wine Walk Of Fame”? In Hollywood? In New York? Im Napa Valley? Oder in Paris? Bordeaux? Nein. In Schweigen-Rechtenbach. Überrascht? Ich auch. Aber am 23. April wurde am Deutschen Weintor in Schweigen-Rechtenbach der weltweit erste Wein Walk of Fame (Ehrenpfad des Weins) eingeweiht.
Persönlichkeiten, die sich um Wein und Weinbau verdient gemacht haben, sollen hier ihre besondere Würdigung erfahren. Die ersten drei Ehrungen sind allerdings nur zu einem gewissen Teil international: der ehemalige Landrat der Südlichen Weinstraße, Gerhard Schwetje (Mitbegründer des Südliche Weinstraße e.V.), Geheimrat Dr. Friedrich von Bassermann-Jordan (Autor des Standardwerks “Geschichte des Weinbaus”) und der französische BenediktinerÂmönch Pierre Pérignon, genannt Dom Pérignon.

Foto: Die Ehrentafel von Gerhard Schwetje
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Na, das wird international auf Anhieb für Aufsehen sorgen…
Aber kein Wunder, ist der Initiator, Träger und Finanzier doch die Winzergenossenschaft Deutsches Weintor.
50 mal 50 Zentimeter groß sind die vom südpfälzischen Künstler Karl-Heinz Zwick entworfenen Platten aus Stahl und Bronze, die am Deutschen Weintor in den Boden eingelassen wurden. Die Tafeln sind mit den Namen der Geehrten sowie Trauben und Rebblatt versehen, befinden sich direkt unter dem Deutschen Weintor und sind jeweils zum Herkunftsort der Geehrten ausgerichtet. Zusätzlich wurden am Deutschen Weintor Tafeln mit ihren Kurzbiografien in drei Sprachen (Deutsch, Englisch, Französisch) angebracht.
Das Datum der Einweihung war nicht zufällig gewählt: Der 23. April war bei den Römern der Tag der Vinalien (Weinfeste) und wird zukünftig das Datum für weitere Ehrungen sein. Mindestens zwei weitere, jeweils für eine deutsche und eine ausländische Persönlichkeit, werden jährlich dazukommen. Ich wünsche ein glückliches Händchen!
Drei Zahlen zu einer unterschätzten Rebsorte: 16. Gutedel Cup (des Markgräfler Wein e.V. in Badenweiler), 20 Verkoster bewerteten 160 Gutedelweine. Leider gab es keine Schweizer Anstellung. Als Grund wird genannt: “Die Prämierung der besten internationalen Gutedelweine findet dieses Jahr im schweizerischen Aigle im Juli beim Mondial du Chasselas statt.” So gab es dann 150 Markgräfler Weine und zehn Weine aus dem Anbaugebiet Saale-Unstrut zu verkosten.
And The Winners Are: In der Kategorie „QbA trocken“: Binzener Sonnhole vom Wein- und Sektgut Schweigler in Binzen, in der Kategorie „Kabinett trocken“: zum zweiten Mal in Folge Ballrechten-Dottingen Castellberg vom Weingut Löffler aus Staufen-Wettelbrunn und in der Kategorie „Spätlese/Auslese“: Auggener Spätlese vom Winzerkeller Auggener Schäf eG. Erstmals in der Geschichte des Gutedel Cups schaffte es auch ein Wein aus Saale-Unstrut unter die Top Ten: Der beste Wein auf der separaten Gebietsrangliste Saale-Unstrut, der Thüringer vom Thüringer Weingut Bad Sulza, rangiert zugleich in der Kategorie „QbA trocken“ auf dem 10. Platz.

Sieger Gutedel Cup 2012 (v.l.n.r.): Sieger Kabinett trocken: Wolfgang Löffler, Weingut W. Löffler in Ballrechten-Dottingen, Sieger QbA Qualitätswein trocken: Stefan Schweigler, Wein- und Sektgut Schweigler in Binzen, Sieger Gutedel Spätlese/Auslese: Andreas Philipp, Kellermeister vom Winzerkeller Auggener Schäf eG (Quelle: Markgräfler Wein e.V.). |
Der Gutedel gilt als älteste Kulturrebe der Welt. Ihre Urheimat wird in Palästina vermutet. Der Anbau am mittleren Nil vor 5000 Jahren gilt als verbürgt. Historiker gehen von einer Verbreitung an Römer und Griechen durch die seefahrenden Phönizier aus. Anfang des 16. Jahrhunderts gelangte der Gutedel in französische Anbaugebiete, nachdem ein französischer Diplomat die Rebe von Konstantinopel 1523 ins Burgund gebracht haben soll. Im Ort Chasselas, südwestlich von Mâcon, soll der Gutedel dann erstmalig in Frankreich angebaut worden sein, worauf sich der internationale Name Chasselas zurückführen lässt. Fest steht, dass auf deutschem Boden zu Beginn des 17. Jahrhunderts Gutedel angepflanzt wurde, zuerst in Württemberg und Franken, ein Jahrhundert später in Sachsen und südlich von Freiburg, im heutigen Markgräflerland. Eine größere Verbreitung erfuhr der Gutedel erst durch die Aktivitäten des Markgraf Friedrich von Baden, der 1780 aus Vevey, » Weiterlesen
Der Wettbewerb heißt „Die junge Südpfalz – da wächst was nach!“ und der Gewinner Andreas Meyer aus Heuchelheim-Klingen, Vorjahres-Sieger Georg Meier aus Weyher wurde Zweiter. Dritter wurde – wie schon im Vorjahr – Mathias Wolf aus Birkweiler. Das ist deswegen so spannend, weil die Südpfalz eine der dynamischsten Weinregionen Deutschlands ist und spätestens seit den “5 Freunden” jedem klar, welch fantastische Weine hier wachsen können.

Foto:And The Winner… gets a Urkunde (Südliche Weinstrasse e.V.) |
14 Betriebe hatten sich bereits durch ihre Plazierung im Vorjahr für das diesjährige Finale qualifiziert. Für die sechs weiteren Teilnehmer war eine Vorauswahl unter 37 Bewerbern notwendig geworden, die das Dienstleistungszentrum in Neustadt durchführte. Der diesjährige Sieger Andreas Meyer hatte sich im vergangenen Jahr noch gar nicht beteiligt.
Neben den Gesamtsiegern gab es Siegerurkunden für die besten Weine einzelner Rebsortenkategorien. Den besten Riesling stellte – wie im Vorjahr – Mathias Wolf aus Birkweiler, diesmal mit einem 2011er Wein, lag aber genau gleichauf mit Andreas Meyer als zweitem Sieger. Von den Rieslingen zeigte sich die Jury in diesem Jahr besonders angetan und vergab Höchstbewertungen, die im Durchschnitt deutlich über den anderen Rebsorten lagen.
Mit beachtlichem Punkte-Abstand setzte sich Vorjahressieger Georg Meier gleich in zwei Kategorien gegen die Konkurrenz durch: seine 2011er Spätlese gewann bei den Weißburgundern, seine 2011er Auslese bei den Grauburgundern. Knapper fiel das Ergebnis beim Chardonnay aus, wo sich Dominik Stern und Christian Brendel mit genau gleicher Punktzahl den Ehrenplatz teilen. Bei den „anderen Weißweinen“ gewann Peter Klein mit einem 2011er Sauvignon Blanc. Überraschend gewann beim Spätburgunder Andreas Grimm, denn er stellte als einziger Kandidat einen 2010er gegen die von den Jahrgangsbedingungen her höher eingeschätzten 2009er der Konkurrenz. Die höchste Bewer » Weiterlesen
Öffnet man eine Flasche Sekt auf Reiseflughöhe, so entweicht die Kohlensäure (in Form von Kohlenstoffdioxid bzw. CO2) schneller als unter Normaldruck am Boden. Die größte Abgabe findet mit dem Öffnen der Flasche und in den darauffolgenden fünf Minuten statt. Auf Reiseflughöhe ist dieser Effekt um ein Vielfaches verstärkt (bedeutet für mich: Schneller austrinken!).
Dies ist das Resultat einer aktuellen Studie, die Mark Barth (Weingut Barth / Rheingau) im Rahmen seiner Bachelor-Thesis im Studiengang Weinbau und Oenologie an der Wein-Uni Geisenheim durchgeführt hat. Er untersuchte die CO2-Stabilität im Schaumwein auf Reiseflughöhe. Die Ergebnisse der Studie wird sich der Winzer zukünftig für eine für die Luftfahrt optimierte Sektherstellung im heimischen Weingut zunutze machen.

Foto: Weingut Barth
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Die Studie bestätigte außerdem eine unterschiedliche sensorische Wahrnehmung bei Normal- und Niederdruck. Bei einer Verkostungsreihe verschiedener Schaumweine im Hinblick auf Geruch und Geschmack nahmen die Probanden vorhandene Süße unter Niederdruck geschmacklich weniger stark wahr. Die Säure wurde im Gegensatz dazu als deutlich intensiver empfunden. Die olfaktorische Wahrnehmung (Wahrnehmung durch den Geruchssinn) war unter Niederdruck abgeschwächt. Das bedeutet, eine unter Normaldruck empfundene Fruchtigkeit war unter Niederdruck verschwunden.
Aromen nehmen wir in Reiseflughöhe völlig anders wahr. Während Speisen zu schwach gesalzen und gewürzt wirken, ist beim Sekt – ebenso wie beim Wein – die Wahrnehmung von Süße, Säure und Fruchtigkeit verschoben. Folglich ist es möglich, dass ein Sekt, der auf dem Boden angenehm schmeckt, auf Reiseflughöhe als zu säureintensiv empfunden wird.
Die Untersuchung fand in der Flight Test Facility (FTF) des Fraunhofer-Instituts für Bauphysik am Standort Holzkirchen, einem weltweit einmaligen Fluglabor, und in Zusammenarbeit mit der Lufthansa sowie deren Tochtergesellschaft LSG Sky Chefs statt. In einer Niederdruckkammer wurden die exakten Umgebungseigenschaften eines Fluges nachgestellt.
2011 wird als das bisher zweitbeste Absatzjahr in die Annalen der Champagner-Winzer eingehen. 322,9 Millionen Flaschen wurden im letzten Jahr verkauft, das entspricht einem Plus von 1,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr. 2010 wurden 319,5 Millionen Flaschen abgesetzt. Nur 2008 wurde weltweit mehr Champagne ausgeliefert: 338,8 Millionen Flaschen. Der Wert der weltweiten Champagne-Lieferungen stieg um rund 7 Prozent auf 4,4 Milliarden Euro. Da knallten also die Korken rund um Reims.

Foto: © Peretti – Collection CIVC
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Einige Zahlen, für alle die wissen wollen, wer genau das Blubberwasser trinkt: Der deutsche Markt entwickelte sich mit 8,5 Prozent Absatzplus sogar noch besser als der allgemeine. Der Export aus der Champagne nach Deutschland stieg von rund 13,1 Millionen 2010 auf 14,2 Millionen Flaschen in 2011. Deutschland ist damit nach Großbritannien und den USA weltweit der drittgrößte Exportmarkt für Champagne. Da kann man als deutscher Weingenießer dann auch mal ein bißchen stolz sein . Das beste Absatzjahr für Champagne in Deutschland war 1997. Damals wurden 19,5 Millionen Flaschen ausgeliefert.
Nach Österreich wurden im vergangenen Jahr knapp 1,2 Millionen Flaschen Champagne versendet. Nach den 1,1 Millionen Flaschen des Jahres 2010 ist das ein Absatzplus von 7,2 Prozent. Österreich steht in der Liste der wichtigsten Champagne-Exportmärkte im Jahr 2011 damit auf Rang 18. Russland und China belegen die Plätze 16 und 17. Diese wachstumsstarken Märkte importierten im vergangenen Jahr etwas mehr Champagne als Österreich, nämlich beide rund 1,3 Millionen Flaschen.
In Frankreich wurde in den letzten Monaten des Jahres 2011 etwas weniger Champagne getrunken: 181,6 Millionen Flaschen wurden ausgeliefert, was einem Rückgang von knapp 1,9 Prozent zum Jahresabsatz 2010 entspricht, der bei 184,9 Millionen Flaschen lag. Der Champagne-Export stieg dagegen um 5,1 Prozent auf 141,3 Millionen Flaschen. Der Exportanteil am Absatz liegt damit 2011 bei 43,8 Prozent nach 42,1 Prozent im Vorjahr.
Im letzten Jahr sorgte der “Gault Millau WeinGuide Deutschland” für Aufsehen, als er die Weingärtner Cleebronn-Güglingen e. G. (Württemberg) zur “Entdeckung des Jahres” kürte. Nun hat die Genossenschaft diese Auszeichnung nachhaltig bestätigt, und beim “Vaihinger Löwen”, dem einzigen deutschen Lemberger-Preis, den ersten Platz in der “Kategorie Barrique trocken” gewonnen.
Mit dem Lemberger Emotion CG aus dem Jahrgang 2008 schlug die Weingärtner Cleebronn-Güglingen alle 77 Konkurrenten in der entsprechenden Kategorie – die ich als Königsklasse bezeichnen würde. In der “Kategorie trocken” gewannen die Fellbacher Weingärtner mit einem 2009 Fellbacher Goldberg Lemberger “P” trocken, in der “Kategorie höhere Restsüße als gesetzlich trocken” die Genossenschaftskellerei Heilbronn mit einem 2009 Heilbronner Stiftsberg, Lemberger Kabinett.
Die Weine der Linie Emotion CG werden bei der Weingärtner Cleebronn Güglingen seit 2009 verkauft, sie stellen das Premiumsegment dar. Aus dem Jahrgang 2007 entstand der erste Emotions-Wein. Umso erfreulicher ist für die Genossen der Sieg beim Vaihinger Löwen mit dem 2008er Lemberger Emotion CG, dem zweiten erzeugten Jahrgang. Einzeln ausgewählt wurden die Lemberger-Rebstöcke für diesen Wein. Nur alte Reben mit besonders lockerbeerigen und kleinen Trauben kamen in Frage. Der Wein wird auf der Maische vergoren, anschließend in Barriquefässern ausgebaut und unfiltriert abgefüllt.
Insgesamt wurden für den 20. Deutschen Lembergerpreis über 232 Weine angestellt, von familiengeführten Weingütern, VDP-Betrieben und von Weingärtnergenossenschaften.
Das “1. International Spätburgunder-Symposium” fand vom 25.-26. Februar statt, passenderweise im Ahrtal, Deutschlands nördlichstem Rotweingebiet. Und erfreulicherweise war es gut – was man leider nicht über alle Wein-Symposien sagen kann…
Am 25. stand das eigentliche Symposium auf dem Plan, 150 Teilnehmer, sechs Vorträge gab’s, mancher Redner bekleckerte sich nicht mit Ruhm (wie der offensichtlich ebenso desinteressierte wie schlecht vorbereitete US-Journalist David Furer). Uli Fischers Vortrag “Önologische Vielfalt des Spätburgunders – Vom Blanc de Noir bis zum Pinot Noir Kultwein” war dagegen fantastisch. Zu jedem Vortrag wurden passende Weine ausgeschenkt. Herausragend: ein 1959er Assmannshäuser Höllenberg Spätburgunder “Cabinet” von Kloster Eberbach (Rheingau). Damals mit stattlichen 117 Grad Öchsle (es war ein heißes Jahr) gelesen. Faszinierend, welche Frische dieser Wein noch hat, der an einen großen, gereiften Rioja erinnert – auch farblich.
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Am Abend gab es dann eine Gala, samt Menü von Sternekoch Hans-Stefan Steinheuer mit begleitenden Weinen – unter anderem einen 2005 Échézeaux Grand Cru der Domaine Romanée Conti , über 200 Gäste kamen. Verliehen wurde auch der “Grand Pinot Noir Award”, der an das Weingut Markus Molitor mit dem Graacher Himmereich 2007 ging. Dafür wurden – überschaubare – 32 Spitzenweine wurden von einer Expertenjury bewertet. Die verdeckte Verkostung wurde unter notarieller Aufsicht durchgeführt.
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Am 26. Februar fand dann die Leistungsschau, eine Weinmesse mit 37 Weingütern und 160 Pinot Noirs. Die Weine kamen aus Deutschland (Ahr, Baden, Franken, Mosel, Pfalz und Württemberg), sowie aus Frankreich, Österreich, Neuseeland, der Schweiz, Südafrika und den Vereinigten Staaten von Amerika (Kalifornien und Washington). Und es gab wirklich großartiges zu probieren – was mich besonders freute: auch gereiftes. Bernhard Huber präsentierte unter anderem einen 2001er “Reserve”, Hansjörg Rebholz gar eine 1997er Spätlese aus der Magnum, und Hanspeter Ziereisen einen 1997er Schulen.
Die Leistungsschau war auch einer der seltenen Fälle, bei denen in Deutschland Burgunder von Lalou Bize-Leroy verkostet werden können, darunter ein 2002er Chassagne Montrachet Rouge und ein 1990er Cotes de Beaune Village. Eine besonders positive Überraschung (für mich): 2008er Pinot Noir “Unique” vom Weingut Donatsch (Bündner Herrschaft). Großartiger Wein. Die Gantenbeins waren auch da und präsentierten vier Jahrgänge aus der Lage Fläsch. Hochspannend.
Deshalb Gratulation für das Event an Alexander Kohnen und sein Team vom “International Wine Institut”, sowie das Shapefruit-Team. Um es rheinisch zu sagen: Dat habt Ihr jot jemaat!
Vom 22.-23. Februar 2014 wird es das nächste Spätburgunder-Symposium geben. Am besten jetzt schon vormerken.
Den Preis für den schönsten Weinpreis-Namen hat er schon mal inne: der Vogelsang-Cup der Nordpfalz. Initiiert vom Weinfotografen und Winzer Andreas Durst geht es darum die Tropfen der Region bekannter zu machen – und vor allem deren Qualität. Jetzt fand der Cup wieder statt und feierte einen Doppel-Sieger.
Statt fand der kleine Weinpreis zum zweiten Mal, und zwar im Landgasthaus Neuhäusel in Bockenheim, auf den Tisch kamen Weiß-, Rosé- und Rotweine aus dem schwierigen Jahrgang 2010, aber auch 2009er.
Vierzehn Betriebe waren der Einladung zur Verkostung und Prämierung Ihrer Weine gefolgt. Siebzig Weine in den Kategorien Weißwein, Rosé und Rotwein galt es zu probieren. Die Jury bestand aus Johannes Häge (Betriebsleiter Weingut am Nil/ Kallstadt), dem Weinjournalist Matthias Mangold (Verkoster Pfalz für den Gault Millau) und dem Bockenheimer Weinenthusiasten Hermann Frank.

Foto: Andreas Durst |
Bei den Weiß- und Roséweinen fiel das Ergebnis der Jury knapp aus. Gleich zwei Preise wurden für die Rieslinge von Neiss und Lauermann-Weyer vergeben. In dieser Kategorie hätte es auch einen dritter Vogel für den Lagenriesling „vom Taubrunnen“ aus dem Haus Janson-Bernhard geben können. Ein sehr ähnliches Bild zeigte sich bei den Roséweinen. Der Wanderpokal in Form eines Vogels ging mit knappem Vorsprung an das Weinhaus Durst.
Bei den Rotweinen war die Entscheidung hingegen eindeutig, Axel Neiss konnte die Trophäe für den Spätburgunder „GS“ 2009 mit nach Hause nehmen. Die Juroren sahen sein neu kreiertes Rotweincuvée „That´s Neiss“ auf Platz Zwei der Rotweine.
Sie nahmen die Wandervögel mit nach Hause:
Preisträger Kategorie Weißwein: Axel Neiss (Kindenheim) Riesling „Alte Reben“ 2010
Preisträger Kategorie Weißwein: Lauermann-Weyer (Bockenheim) Riesling „Mulde“ 2009
Preisträger Kategorie Rosé: Weinhaus Durst (Bockenheim) Rosé „Kutschler“ 2010
Preisträger Kategorie Rotwein: Axel Neiss (Kindenheim) Spätburgunder „GS“ 2009
Folgende Betriebe nahmen teil: Lauermann & Weyer (Bockenheim), Weingut Neiss (Kindenheim), Weingut Brand (Bockenheim), Janson-Bernhardt (Harzheim/Zellertal), Weingut Benz (Bockenheim), Matthias Gaul (Grünstadt-Asselheim), Schlossgut Janson (Bockenheim), Müller-Ruprecht (Kallstadt/Bockenheim), Weinhaus Durst (Bockenheim), Weingut Schroth (Grünstadt-Asselheim), Weingut Weller (Einselthum), Weingut Metzger (Grünstadt-Asselheim), Weingut Klosterhof (Zell) und Weingut Wöhrle (Bockenheim).
Oft wird auf Europa geschimpft, die EU ist zum Prügelknaben der politisch enttäuschten geworden. Zugegeben: viele Entscheidungen lassen einen mit dem Kopf schütteln oder schlimmeres. Wir Weinfreunde wissen ein Lied avon zu singen. Manchmal aber kommt auch etwas Gutes zustande – wie jetzt hoffentlich bei einem Prozess vor dem Europäischen Gerichtshof (EuGH). Dabei geht es zwar um Gemüse, er könnte jedoch auch dazu führen, dass Winzer zukünftig anpflanzen können was sie wollen, ob eine Rebsorte nun zugelassen ist oder nicht.
In ihrem Schlussantrag den Fall Kokopelli vs. Graines Baumaux SAS betreffend erklärte die Generalanwältin nun das Verbot für ungültig, Sorten in Verkehr zu bringen, die in keinem offiziellen Katalog registriert sind. Dieses Verbot ist Bestandteil sowohl der Europäischen Gesetzgebung als auch der Bestimmungen in Frankreich. Sie begründet die Aufhebung des Verbots damit, dass es die Grundsätze der Verhältnismäßigkeit, der unternehmerischen Freiheit, der Freiheit des Warenverkehrs sowie der Gleichbehandlung verletzt.
Außerdem hat die Generalanwältin bestätigt, dass einerseits die Zulassungsbedingungen des offiziellen Saatgutkatalogs „keinen Bezug zur Pflanzengesundheit“ haben, andererseits „es grundsätzlich Aufgabe der Landwirte ist, darüber zu entscheiden, welche Sorten sie anbauen“, schlussendlich, dass diese Gesetzgebung die Konsumentenfreiheit auf das Äußerste reduziert, denn „sie erhalten weder Zugang zu Lebensmitteln oder anderen Produkten aus Sorten, die nicht den Zulassungsbedingungen entsprechen, noch können sie sie selbst – etwa in ihren eigenen Gärten – anbauen.“ Die Generalanwältin ruft in Erinnerung: „Die Beschränkung der Landwirte auf zugelassene Sorten reduziert schließlich die genetische Vielfalt auf den europäischen Feldern“.
Sie schlussfolgert, dass „die Nachteile des Verbots, Saatgut nicht zugelassener Sorten in Verkehr zu bringen, offensichtlich gegenüber seinen Vorteilen überwiegen.“
Wenn der Europäische Gerichtshof der Ansicht seiner Generalanwältin folgt könnte dies das Ende Saatgutverkehrsgesetze bedeuten. Mehr Informationen sind zu finden auf der Website des EuGH, auf der die Schlussanträge der Generalanwältin in mehreren Sprachen vorhanden sind.
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