Archiv für die Kategorie „News aus der Weinwelt“

Wein mit doppeltem Boden

News aus der Weinwelt
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Nicht nur in den USA denkt man groß, auch in Australien. Erst Recht beim Wein. Und noch Rechter, wenn man Penfolds ist. Das Weingut feiert 170. Geburtstag, dazu gibt es einen JubilĂ€umswein namens Bin 170, ein Shiraz aus dem Jahrgang 2010 dessen Trauben aus der (leider unpassend betitelten) Parzelle 3C des Kalimna Weinbergs (Barossa Valley) stammen. Es gibt sieben Imperial-Flaschen (6 Liter), 140 Magnums und 1500 Buddeln von 0,75 l. Da wollte man das mit der 170 lieber anscheinend lieber nicht durchziehen…

Der Clou ist die Holzkassette fĂŒr den Wein, entworfen vom britischen Möbeldesigner Lord David Linley – dem Neffen der Queen, also Angehörigen des Königshauses. Die Kassette ist eine Hommage an Großbritannien, die Herkunft des Penfolds-GrĂŒnders Dr. Christopher Rawson Penfold. Allein das Öffnen der Kassette ist ein Erlebnis. An ihr befindet sich ein maßgefertigter Kompass, der durch ausgeklĂŒgelte Details und PrĂ€zisionsgravur besticht. Erst wenn ein wertvoller Jadepfeil auf die LĂ€nge und Breite-Koordinaten von Magill Estate (-34, 138) als Penfolds geistiger Heimat eingestellt wird, lassen sich die Kassetten öffnen und enthĂŒllen die darin befindliche Imperial Flasche. Weitere Merkmale umfassen ein detailgetreues Penfolds Wappen außen an der Kassette, in der arbeitsaufwĂ€ndigen Disziplin der Intarsientechnik gestaltet. Ein versteckt in die Box gebautes Geheimfach war laut Linley „eine der grĂ¶ĂŸten Herausforderungen, die es in ein MöbelstĂŒck einzubauen galt.“ Es verbirgt eine fotographische Wanderung durch Kalimna Block 3C sowie ein Echtheitszertifikat. Die Abdeckung des Geheimfaches wird von Linley mit dem Namen des KĂ€ufers und der Flaschennummer (von eins bis sieben) versehen. Die Imperial-Kassette mit ihrer vom Holzfass inspirierten Innengestaltung enthĂ€lt auch ein Kunststoff-Hygrometer, kombiniert mit einem Bimetall-Thermometer, sowie einen maßgefertigten Ausgießer.

Und zu so einem Teil gibt es natĂŒrlich nicht nur Fotos, sondern gleich ein ganzes Making-Of-Video:

Ach ja, die Preise. Peanuts:

Imperial-Flasche: EUR 42.000,-
Magnum-Flasche: EUR 4.500,-
0,75l Flasche in der Dreier-Box: EUR 1.800,- je Flasche

01.06.2014 um 0:09, News aus der Weinwelt » Keine Kommentare     » Weiterlesen

Nachhaltig im Alentejo

News aus der Weinwelt
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Der Begriff “Nachhaltigkeit” ist zur Zeit gleichermaßen relevant wie schwammig definiert. Vor Kurzem kam eine Pressemitteilung des Wein- und Olivenölproduzent EsporĂŁo aus dem Alentejo rein, die wie ich finde zeigt auf wie vielen Ebenen man das Konzept umsetzen kann.

EsporĂŁo hat Trophy in der Kategorie „Innovative Nachhaltigkeit’’ der „European Business Awards for the Environment’’ gewonnen (dieser wurde von der portugiesischen Umweltagentur ins Leben gerufen) und ist damit der offizielle Vertreter Portugals bei der europĂ€ischen Endausscheidung im November 2014. Hier die Liste der bei EsporĂŁo initiierten Projekte:

- Nachhaltiger Weinbau, bei dem jede Art der UmweltschĂ€digung vermieden werden soll. Unter anderem Einsatz von Mulch-Techniken, Produktion von Kompost aus den AbfĂ€llen der landwirtschaftlichen AktivitĂ€ten zur BodendĂŒngung und zur Verbesserung der Bodenstruktur.
- Ein ampelographischer Weinberg mit dem Ziel rund 200 autochthone portugiesische Rebsorten zu erhalten und deren Zusammenwirken von Boden und Klimatischen VerhÀltnissen zu erforschen.
- Die Schaffung von Korridoren fĂŒr wild lebende Tiere.
- Das Verbot von Pestiziden und Fungiziden und die Steigerung von BiodiversitÀt in den Waldgebieten.
- Esporão verwendet biologisch abbaubare Materialien bei seinen GebÀuden.
- Spezielle kostenfreie Ausbildungen im Bereich der Nachhaltigkeit fĂŒr alle Mitarbeiter am Weingut.
- Eigene Weinbar und Restaurant am Weingut, wobei das servierte GemĂŒse aus den hauseigenen biologischen GĂ€rten kommt

UnabhÀngig von den Weinen finde ich das eine beeindruckende Liste. Nachahmenswerte Nachhaltigkeit.

31.05.2014 um 22:53, News aus der Weinwelt » Keine Kommentare     » Weiterlesen

Hagel trifft Nuss

News aus der Weinwelt
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(c) Weingut Mayer am Pfarrplatz

Es ist Samstag, der 24. Mai 2014, die Reben stehen kurz vor der BlĂŒte, doch gegen 16 Uhr wird Wien von einem folgenschweren Unwetter ĂŒberzogen. Durch Hagelkörner, teilweise mit bis zu drei Zentimeter Durchmesser, kommt vor allem der 200 Hektar große Wiener Nussberg zu Schaden, eine der bekanntesten Lagen Österreichs.

Unter anderem betroffen ist das Weingut Mayer am Pfarrplatz, welches hier stattliche 30 Hektar bewirtschaftet – und damit besonders betroffen ist. Man ging offen mit dem Hagelschlag um und schrieb eine Pressemitteilung. Mit insgesamt 70 Hektar ist es das grĂ¶ĂŸte innerhalb Wiens, mehr als die HĂ€lfte der AnbauflĂ€che ist vom Unwetter in Mitleidenschaft gezogen worden.

Zitat GeschĂ€ftsfĂŒhrer und Produktionsleiter Gerhard J. Lobner: „Wie groß der Schaden wirklich ist, lĂ€sst sich erst in den kommenden Tagen genau einschĂ€tzen, aber wir gehen davon aus, dass knapp 40 Hektar unserer Weinreben betroffen sind. Fest steht jedenfalls, dass die Folgen des Unwetters auch in den kommenden Jahren Auswirkungen auf unsere ErtrĂ€ge, jedoch nicht auf die QualitĂ€t unserer Weine haben werden.“

31.05.2014 um 22:23, News aus der Weinwelt » Keine Kommentare     » Weiterlesen

Es spÀtburgundert wieder!

News aus der Weinwelt
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Sommelier-Weltmeister Markus del Monego moderiert das Symposium.

Normalerweise schreibe ich nicht ĂŒber Symposien, weil ich hier ansonsten zu sonst nix mehr kĂ€me, aber fĂŒr ein Symposium mache ich eine Ausnahme. Zum einen findet es um die Ecke statt, nĂ€mlich im schönen Ahrtal, zum anderen dreht es sich um die fantastischste, rote Rebsorte der Welt, nĂ€mlich und natĂŒrlich den SpĂ€tburgunder. Es handelt sich um das “Internationale SpĂ€tburgunder Symposium” am 8. und 9. MĂ€rz in Bad Neuenahr.

Es gibt eine Gala mit Speisen von Sternekoch Hans-Stefan Steinheuer, eine Leistungsschau genannte Weinmesse mit 46 Betrieben, die HĂ€lfte davon aus Deutschland, aber der Höhepunkt – zumindest fĂŒr mich – ist das eigentliche Symposium mit FachkrĂ€ften, darunter KoryphĂ€en wie Professor Dr. Ulrich Fischer, Deutschland (Über den Einfluss verschiedener HerkĂŒnfte von Eichenholz auf die Sensorik von SpĂ€tburgunder Vorstellung von Forschungsergebnissen aus dem SpĂ€tburgunder Jahrgang 2011 – Vergleichsprobe von SpĂ€tburgundern aus unterschiedlichen BarriquefĂ€ssern), Caro Maurer MW (NeuseelĂ€ndische Pinot Noir Potentiale die fĂŒr den europĂ€ischen Burgunder mehr als nur Konkurrenz bedeuten) und Markus del Monego, Weltmeister der Sommelieres 1998, der das Symposium nicht nur moderiert, sondern auch eine kommentierte RaritĂ€tenprobe durchfĂŒhrt (1972 Pommard AC, 1974 Pommard AC, 1976 Pommard AC, alle Domaine LĂ©on Violland).

Diese Werbetrommel habe ich aus tiefster Überzeugung gerĂŒhrt. Also: ab ins Ahrtal! Hier noch die anwesenden GĂŒter:

Weingut J.J. Adeneuer, Ahr
Weingut Bercher, Baden
Weingut Burggarten, Ahr » Weiterlesen

27.01.2014 um 17:40, News aus der Weinwelt » Keine Kommentare     » Weiterlesen

Der mit dem Pferd trinkt

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Als Weintrinker ist man nicht frei von einer gewissen Sammelleidenschaft. Zuallererst Weine, dann WeinglĂ€ser, manch einer sammelt auch Korkenzieher, und fast alle von uns haben eine SchwĂ€che fĂŒr fragile Glaskunst – auch wenn wir das, selbst unter Waterboarding-Folter, niemals so ausdrĂŒcken wĂŒrden. Wir wĂŒrden von Weinkaraffen sprechen. Werkzeug statt Zierde. Mehr Hammer als Putte. Zur professionellen und fachgerechten BelĂŒftung des Weins!

Aber schön finden wir sie schon auch.

Nun hat Riedel einen neuen Dekanter auf den Markt gebracht (von “werfen” will ich bei Glaswaren lieber nicht reden). Er heißt “Horse”. Ich ĂŒberflg den Text, las etwas von Pferdekopf und schaute mir das Bild an. Wo soll denn da der Pferekopf sein? Gut, der Wein schießt beim EinfĂŒllen empor wie ein Pferdekopf – raffiniert vom Fotografen gemacht – aber sonst? Die Karaffe hat nun wirklich nicht den Umriss eines… verdammt, das ist gar kein aufspritzender Wein, das ist… ja tatsĂ€chlich: ein Pferdekopf. Aus Glas, in 3-D. Der “Avatar” unter den Dekantern.

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Es handelt sich um einen mundgeblasenen Dekanter aus Bleikristall, stolze 60 Zentimeter hoch, Kostenpunkt 275 Euro. EingefĂŒhrt wird er 2014, weil wir nun das Jahr des Pferdes im chinesischen Kalender haben.

Eine Karaffe fĂŒr alle Weintrinker mit GestĂŒt. Eigentlich sieht es aus, als wĂŒrde ein Pferd im Wein schlabbern. Ich mag das ja nicht so. Dann bleibt weniger fĂŒr mich…

Verantwortlich fĂŒr das Design ist Maximilian J. Riedel höchstselbst, der Vorsitzende und GeschĂ€ftsfĂŒhrer von Riedel Glas. Als Inspiration dienten nicht nur der chinesische Kalender, sondern auch die berĂŒhmten königlichen Lipizzaner – eine seltene, aristokratische Pferderasse, die wie die Riedel-Linie selbst in Österreich zuhause ist. Die Farbgebung des Dekanters bestimmt eine einzige Linie schwarzen Kristalls, die das Glas von oben bis unten durchzieht und das Pferdeprofil im Inneren umrahmt. Auch sie ist von den Lipizzanern inspiriert: Sie werden schwarz geboren und erst im Laufe des Wachstums zu Schimmeln. Das konkave Profil des Dekanters unterstĂŒtzt außerdem den Dekantierprozess. Nach dem Eingießen des Weins kann er leicht geschĂŒttelt werden, bis eine dĂŒnne Blasenschicht entsteht. So wird dem Wein mehr Sauerstoff zugefĂŒhrt, und das Geschmacksprofil der jeweiligen Rebsorte erfĂ€hrt eine maßgebliche Verbesserung.

Fazit: Der mit dem Pferd trinkt ist gut dran. Und wenn Fury und Black Beauty mal vorbeischauen sollten, fĂŒhlen sie sich sicher auch geschmeichelt.

27.01.2014 um 16:08, News aus der Weinwelt » Keine Kommentare     » Weiterlesen

FĂ€lscherwerkstatt Deutschland

News aus der Weinwelt

Sonst heißt es ja immer die Chinesen wĂŒrden alles fĂ€lschen und die Japaner alles nachmachen. Beim Thema Champagner mĂŒssen sich die Deutschen allerdings an die eigenen Nase fassen. Denn die geschĂŒtzte Ursprungsbezeichnung Champagne wird in Deutschland hĂ€ufiger als in jedem anderen Land Europas zur Aufwertung von Produkten missbraucht.

Jedes Jahr werden ĂŒber 100 MissbrauchsfĂ€lle verfolgt, obwohl alle Ursprungsbezeichnungen durch EU- und deutsches Recht, Ă€hnlich wie Marken, sehr umfassend geschĂŒtzt sind. Der Bundesverband der Verbraucherzentralen kritisiert minimale Mengen von Champagne in Produkten, die dennoch die Ursprungsbezeichnung Champagne im Namen fĂŒhren und damit Verbraucher tĂ€uschen: „Champagner-Schokolade“, „Champagner-Törtchen“ oder „Feinster Champagner Stollen“.

„In Deutschland wird Champagne oder die eingedeutschte Bezeichnung Champagner besonders hĂ€ufig als Zusatz oder Bestandteil von Produktnamen, Firmenbezeichnungen, Internetdomains oder sogar fĂŒr Markeneintragungen mißbraucht. Wir bearbeiten momentan ĂŒber 100 FĂ€lle, weltweit sind es sogar ĂŒber 1.200“, sagt Christian Josephi, der ReprĂ€sentant des ComitĂ© Champagne in Deutschland, und zĂ€hlt auf: „Nahezu alle Produktbereiche sind betroffen.
Neben Lebensmitteln gehen wir gegen Kosmetika, homöopathische Globuli, Zigarettenpapier und sogar Nikotinliquids fĂŒr E-Zigaretten vor, bei denen Hochwertigkeit durch Champagne im Produktnamen oder durch Hervorhebung auf der Verpackung vorgetĂ€uscht wird“.

Der Champagne-Gesamtverband – ComitĂ© Champagne mit Sitz in Épernay – vertritt die Interessen aller 15.700 Winzer und 293 HĂ€user der Champagne. Und diese sind die alleinigen Rechteinhaber der geschĂŒtzten Ursprungsbezeichnung Champagne.

Zeigt sich mal wieder was fĂŒr eine starke Marke Champagner doch ist. Selbst all jene die ihn noch nie getrunken haben sehen ihn ihm ein hochwertiges Luxusprodukt. Und wenn ein Container mit “Deluxe Schweineleberpastete” kurzzeitig neben einem mit Champagner steht, ĂŒbertrĂ€gt sich eben der Glanz. Das ist die Magie des Champagners!

27.12.2013 um 15:40, News aus der Weinwelt » Keine Kommentare     » Weiterlesen

Winzer des Jahres gekĂŒrt!

News aus der Weinwelt
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Alle Jahre wieder… kommt das Christuskind, aber auch der “Winzer des Jahres”. Im November erscheinen nĂ€mlich die beiden wichtigsten deutschen WeinfĂŒhrer. Da ich Stellvertretender Chefredakteur des einen bin, stelle ich die Sieger hier im Blog ganz neutral vor. Von außen mag man eine große Konkurrenz zwischen den beiden Publikationen sehen, ich persönlich kenne und schĂ€tze Gerhard Eichelmann seit Jahren, und mit Wolfgang Faßbender, der in dessen WeinfĂŒhrer den Rheingau verantwortet, kraxel ich seit einigen Jahren durch einen gemeinsam erworbenen Weinberg.

Gault& Millau WeinGuide Deutschland 2014

Ten-Years-After “Bester trockener Riesliung”
Weingut Keller (Rheinhessen): 2003er »G-Max«

Ten-Years-After “Bester SpĂ€tburgunder”
Weingut Rudolf FĂŒrst (Franken): 2003er »HundsrĂŒck«

Ten-Years-After “Bester fruchtsĂŒĂŸe SpĂ€tlese”
Weingut Zilliken (Saar): 2003er SpÀtlese Saarburger Rausch »06/04«

»Winzer des Jahres«
Philipp Wittmann vom Weingut Wittmann (Rheinhessen)

»Kollektion des Jahres«
Weingut Bernhard Koch (Pfalz)

»Aufsteiger des Jahres«
Chat Sauvage (Rheingau)

»Entdeckung des Jahres«
Weingut Alte Grafschaft (Franken)

»Sommelier des Jahres«
Markus Berlinghof vom »Jacobs« (Hamburg)

»Weinkarte des Jahres«
»Rutz« (Berlin)

Eichelmann – Deutschlands Weine 2014

»Aufsteiger des Jahres«
Weingut Klumpp (Baden)

»Beste Weißweinkollektion«
Weingut Keller (Rheinhessen)

»Beste Rotweinkollektion«
Weingut Friedrich Becker (Pfalz)

»Beste edelsĂŒĂŸe Kollektion«
Weingut Fritz Haag (Mosel)

»Klassiker des Jahres«
Doosberg Riesling vom Weingut Peter Jakob KĂŒhn & vom Weingut Querbach aus Oestrich-Winkel

14.11.2013 um 12:23, Aus dem Leben eines Weingeniessers, News aus der Weinwelt » Keine Kommentare     » Weiterlesen

A Glaserl Wein…

News aus der Weinwelt
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Neulich in Edinburgh… einer Stadt, in der ich eher an Ale und vor allem Whisky denke. Gerade dort finde ich folgenden Artikel – allerdings nicht in einem Scherzartikelladen. Es war einer fĂŒr Spielzeug. Das Objekt im Femster: Ein Glas – in das eine ganze Flasche Wein passt.

Das gibt der Aussage “Ich trinke nur noch ein Glas Wein, Schatz. Danach können wir sofort gehen!” einen völlig neuen Dreh. Die Frage ist natĂŒrlich, welcher Wein es mit solch einem Glas aufnehmen kann. Üblicherweise sind ja Pinot Noirs fĂŒr groe GlĂ€ser vorgesehen. Aber bei diesem Monstrum mĂŒsste es dann schon ein DRC oder Henry Jayer sein – leider liegt dem Kartin keine entsprechende Flasche bei. Was die GlasstĂ€rke betrifft (sofern es sich ĂŒberhaupt um Glas handelt) dĂŒrfte dieses Glas sehr dick und daher suboptimal sein – also nicht adĂ€quat eines großen Burgunders.

Was also tun?

Da gibt es nur eine Lösung.

Plörre muss rein.

Am besten gut gekĂŒhlt, damit man es nicht so sehr merkt. Nach einer großen Portion Haggis mit neeps und tatties schmeckt man ohnehin nix mehr…

Bevor ihr fragt: Nein, ich habe es nicht gekauft!

31.10.2013 um 14:31, Aus dem Leben eines Weingeniessers, News aus der Weinwelt » Keine Kommentare     » Weiterlesen

Advent, Advent, mein Heidsieck brennt

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ZukĂŒnftig muss man als Wein-Bastler nicht mehr selber Löcher in eineVerpackung stechen, um fĂŒr eine hĂŒbsche Illumination des Heims zu sorgen, es reicht eine Flasche Champagner von Piper-Heidsieck zu kaufen. Sowie ein Teelicht.

Der Deckel der limitierten Sonderedition “Light Box” dient nĂ€mlich als Teelichthalter, wĂ€hrend der Korpus der Verpackung den Champagner kĂŒhl hĂ€lt. In der Flasche befindet sich Piper-Heidsieck Brut, seit 1785 das AushĂ€ngeschild des Traditionshauses aus Reims, dessen Kellermeister RĂ©gis Camus von der renommierten Jury der IWC London in diesem Jahr zum siebten Mal in Folge als „Sparkling Winemaker of the Year“ ausgezeichnet wurde (was zu einem großen GĂ€hnen gefĂŒhrt hat).

Das Quadermuster der Metallverpackung ist von der Architektur des hochmodernen Firmensitzes in Reims inspiriert worden – dort steht das futuristisch anmutende HauptgebĂ€ude mit kubistischen Formen, Glas und viel freier FlĂ€che. Nimmt man den Deckel der (in den Piper-Heidsieck-Farben Rot und Gold) gehaltenen Box ab und dreht ihn um, fungiert er als Teelichthalter, der durch quadratische Ausschnitte Schatten wirft. Der Korpus mit seiner integrierten Styroporschicht hĂ€lt den Champagner auch bei wohligen Zimmertemperaturen kĂŒhl.

Die limitierte Sonderedition Piper-Heidsieck Light Box ist ab sofort im Einzelhandel ab circa 33 Euro erhÀltlich. Ganz ehrlich: das finde ich mal eine ebenso pfiffige wie durchdachte Geschichte.

Mehr Infos zu Piper-Heidsieck gibt es auf der Homepage des Champagnerhauses.

19.10.2013 um 16:49, News aus der Weinwelt » Keine Kommentare     » Weiterlesen

Von Molchen lernen heißt…

News aus der Weinwelt

…riechen lernen. Ja, wirklich. Als Weintrinker denkt man eher selten am Molche. Und auch eher weniger an Japaner. Nun haben Japaner und Molche aber gemeinsam etwas herausgefunden: die chemische Substanz TCA unterdrĂŒckt Teile des menschlichen Geruchssinns. Ganz korrekt heißt sie 2,4,6-Trichloranisol, ist ein chlorhaltiger, aromatischer Kohlenwasserstoff und gilt als Hauptverursacher des Korkgeschmackes.

Japanische Forscher um Hiroko Takeuchi von der UniversitĂ€t Osaka haben nun festgestellt, dass durch TCA beim Riechen chemische MolekĂŒle an bestimmten Stellen in der Nasenschleimhaut andocken. Und jetzt kommen die Molche ins Spiel: Takeuchi setzte deren Riechzellen TCA aus und verfolgte das Geschehen auf molekularer Ebene. Ergebnis: Die Zellen reagierten nicht – wie bei anderen GerĂŒchen – mit einer Anregung durch einen Reiz, stattdessen wurde die Wahrnehmung unterdrĂŒckt. Von allen Substanzen ist es TCA das Aroma gefĂŒhlt am meisten verdarb, indem es den Geruchssinn zum Teil unterdrĂŒckt.

Die Experimente wurden danach mit 20 Menschen wiederholt.

Es erging ihnen wie den Molchen.

15.10.2013 um 13:11, News aus der Weinwelt » Keine Kommentare     » Weiterlesen