Carsten Henn ist langjähriger Vinum-Mitarbeiter. Als Weinjournalist ist er zudem für den Gault Millau WeinGuide Deutschland tätig sowie Autor diverser Sachbücher zum Thema. Er studierte einen wunderbaren Sommer lang Weinbau in Australien & leitet heute nebenbei Deutschlands verrücktestes Weinprojekt - die "Deutsche Wein-Entdeckungs-Gesellschaft". Ach ja, Krimis schreibt er auch noch. Preisgekrönte. Immer inklusive Wein. Mehr Infos über ihn: www.carstensebastianhenn.de
Ein Wettbewerb bei dem ich wirklich gern in der Jury sitze ist “Die junge Südpfalz – da wächst was nach!”, denn die Region ist sehr dynamisch und es ist wirklich toll, wie viele Winzertalente hier sprießen. Als bester Jungwinzer wurde in diesem Jahr Georg Meier aus dem Weingut Valentin Ziegler Sohn (Weyher) ausgezeichnet – wie schon 2011. Insgesamt gab es 46 Bewerber (mit jeweils 5 Weinen), 20 davon schafften es ins Finale. Auf Platz zwei schaffte es Marius Meier aus Rhodt vor Florian Geisser (Schweigen-Rechtenbach), Peter Klein
(Hainfeld) und dem Vorjahressieger Andreas Meier (Heuchelheim-Klingen). Die Plätze 2 bis 7 lagen bei der Durchschnittsnote dabei enorm eng zusammen. Vielleicht sollten sich ein paar der Meiers zwecks leichterere Unterscheidung umbenennen. Schmidt soll ja auch ein schöner Name sein. Oder Müller
Ausgezeichnet wurde nicht nur der Gesamtsieger, sondern auch die Sieger in einzelnen Rebsortenkategorien: Georg Meier für seine trockene Riesling Spätlese „Granit Goldkapsel“, Marius Meier für seinen Weißburgunder, Andreas Meyer für seinen Grauburgunder „Kalkmergel“, Peter Graf für seinen Chardonnay, Peter Klein für seinen Grünen Veltliner in der Kategorie „Andere Weißweine“, Dominik Stern für seinen Spätburgunder „Barrique“ sowie Peter Klein für seinen Frühburgunder in der Kategorie „andere Rotweine“.
Teilnahmeberechtigt am Wettbewerb sind Kellermeister in Betrieben der Südlichen Weinstraße, die das 35. Lebensjahr noch nicht vollendet haben und entscheidende Mitverantwortung an den Weinen des Betriebes haben. Neben dem Juryvorsitzenden Jürgen Mathäß gehörtern der Fachjury in diesem Jahr an: Christine Fischer (Sommelière und Bauchautorin), Jürgen Fendt (Chefsommelier im Hotel Barreiss, Baiersbronn), Prof. Ulrich Fischer (DLR, Neustadt), Hermann Pilz (Chefredakteur „Die Weinwirtschaft“), Stefan Scherrer (Weinkontrolleur), und ich. Für mich ganz persönlich ein echter Hingucker: der beste Spätburgunder des Wettbewerbs, von Dominik Stern aus Hochstadt. Da merkt man, dass der Stil des Kult-Weinguts Friedrich Becker für einige Betriebe mittlerweile Vorbildfunktion hat. Und der Grüne Veltliner von Peter Klein lehrt sogar einige Österreicher das Fürchten.
Die Bestplazierten in der Gesamtwertung
1 Georg Meier, Weyher
2 Marius Meyer, Rhodt
3 Florian Geisser, Schweigen-Rechtenbach
4 Peter Klein, Hainfeld
5 Andreas Meyer, Heuchelheim-Klingen » Weiterlesen
Bereits mehrfach habe ich hier im VINUM-Blog und auch im Magazin über die Arbeit des Rebenretters Andreas Jung berichtet, denn ich finde sie enorm wichtig. Unter anderem dank eines Aufrufs im VINUM-Blog konnte der “Südpfalzweinberg” gerettet werden, ein vitaltes Rebsortenarchiv vieler alter deutscher Sorten. Nun will Andreas Jung mittels einer Probe Geld für dieses wichtige Projekt sammeln, weswegen ich seine Einladung hier gerne auch für euch öffentlich mache:
Liebe Patinnen und Paten des Südpfalzweinbergs,
liebe Unterstützer und Freunde der Rebsortenarchive,
Die Umbauarbeiten im Rebsortenarchiv Südpfalzweinberg sind nahezu beendet. Sie waren notwendig geworden, da eines der beiden Pachtverhältnisse nicht fortgesetzt werden konnte und der Südpfalzweinberg an die neuen Verhältnisse angepasst werden musste. Was leider an Fläche verloren ging, wird in den nächsten Jahren seitlich dazugebaut werden. Es sind keine Sorten verloren gegangen. Das Rebholz wird gerade in der Rebschule veredelt und steht nächstes Jahr wieder zur Pflanzung zur Verfügung. Dabei will ich die entstandene Gelegenheit nutzen und einige Änderungen hinsichtlich des Sortenspektrums durchführen. Zukünftig will ich den Schwerpunkt mehr auf die Erhaltung der seltenen, vom Aussterben bedrohten Sorten legen und dafür einige Klone häufiger Sorten wie Riesling, Silvaner oder Trollinger aufgeben. Statt dessen werden sehr seltene Sorten wie Süßschwarz. Kleinberger oder Adelfränkisch gepflanzt.
Es ist Zeit, wieder nach vorne zu schauen. Wie angekündigt, will ich die einst von Andreas Schäffer begonnene Tradition eines jährlichen Treffens der Patinnen, Paten und Förderer fortsetzen.
Ich plane hierzu am Samstag, den 27. April 2013 eine besondere Weinprobe, die durch kulinarische Leckereien ergänzt wird. Nach der momentanen Planung sollen 2 x 4 Weine verkostet werden, die aus sehr seltenen, teils bis vor kurzem noch ausgestorbenen Rebsorten gekeltert wurden, darunter je zwei Ausbauvarianten der Weißweinsorten Adelfränkisch und Kleinberger, sowie je ein Rotwein von Süßschwarz / Affenthaler, Mohrenkönigin, Hartblau und Schwarzurban. Im Rahmen eines bebilderten Kurzvortrags werde ich Ihnen einige ergänzende Hintergrundsinformationen zu den Sorten und zum Thema der alten, vergessenen Rebsorten geben.
Die Rettung dieser Sorten geht auf meine Sammelaktivitäten in alten Weinbergen in den Jahren 2005 – 2010 zurück. Dass einige der über 300 von mir gesammelten Sorten jetzt teils mit 100 – 400 Stock im Versuchsanbau stehen und in den von mir aufgebauten Rebsortenarchiven bewahrt werden, wäre ohne die tatkräftige Unterstützung von privaten Weingütern nicht umsetzbar gewesen. Der Staat hat hierzu nichts beigetragen. Glücklicherweise gibt es noch engagierte Winzer, die dem Austerben der alten Sorten nicht länger tatenlos zuschauen wollen.
Wichtig!
Damit die Veranstaltung stattfinden kann, ist es unbedingt notwendig, dass Sie sich zuvor bei mir anmelden, per Telefon (06347 700294), Email (info@rebenpatenschaft.de) oder auch per Brief. Da nicht jeder Pate eine Emailadressse angegeben hat, bitte ich die Besteller, die Paten und Patinnen zu informieren.
Um die kulinarischen Genüsse organisieren zu können, ist eine Mindestteilnehmerzahl von 20 Personen erforderlich. Gerne können Sie auch Freunde, Verwandte und Bekannte anmelden. Der Raum fasst jedoch nicht mehr als 40 Personen. Melden Sie sich also bald an.
Der Unkostenbeitrag für die Vor- und Hauptspeisen beträgt 25 Euro, für den Wein 10 Euro. Für Patinnen und Paten ist die Weinprobe frei. Das Essen muss jeder selbst bezahlen. Der Preis ist auch von der Zahl der Teilnehmer abhängig und kann sich noch geringfügig ändern.
Melden Sie sich also bitte innerhalb der nächsten zwei Wochen bei mir an, sonst muss die Veranstaltung ausfallen.
Ich wünsche Ihnen ein Frohes Osterfest und hoffe, Sie in 6 Wochen persönlich begrüßen zu können.
Heute Abend: Juventus Turin gegen Bayern München in der Champions League. Kopf der Turiner Mannschaft ist Andrea Pirlo – und der Bursche hat ein Weingut. Es findet sich in Capriano del Colle, südlich von Brescia. Sein Name: “Pratum Coller”, wobei “Pratum” lateinisch für Rasen ist – auf dem er schließlich unter anderem Weltmeister und zweifacher Champions-Leaguue-Sieger geworden ist. Hier ein englischsprachiges Video, das ich dazu auf YouTube gefunden habe:
Etwas Historisches ist geschehen: die erste Autobahn-Vinothek Deutschlands wurde an der Raststätte Würzburg Nord der A3 eröffnet – inklusive weitem Blick auf die Randersacker Weinberge. Endlich kommt zusammen, was zusammengehört: Rasen & Saufen! Allerdings erst einmal nur fürt ein halbes Jahr auf Probe, immer von Donnerstag bis Sonntag. Dann wird man sehen wie erfolgreich die Kombination “Erst kippen – dann fahren” ist, oder vielleicht eben auch: “Erst verkosten – dann fahren lassen”.
Der geschäftsführende Vorstand der Winzergemeinschaft Franken, Michael Schweinberger, sieht das Ganze unproblematisch: „Jeder muss selbst entscheiden, was er tut, und verantwortungsbewusst handeln. Wir weisen dennoch jeden auf die Auswirkungen hin, wenn er erst Wein probieren und danach weiter fahren will.“ Wisse: Die Winzergemeinschaft Franken eG. am Main (bekannt als GWF) hat die Vinothek eröffnet.
Der ADAC sieht das Ganze problematisch: „Alkohol kann man natürlich auch an Tankstellen kaufen, aber eine Vinothek ist zum Verkosten da. Insofern ist das schon ein Problem“, so Verkehrsexperte Jürgen Hildebrandt (ADAC Nordbayern).
Aber mal ehrlich: an jeder Tanke kann man härteres Zeug kaufen und das wird dann auch gekippt. Drei kleine Schlückchen Wein führen nicht zur Fahruntüchtigkeit. Hoffen wir, das die Verkehrsstatistik uns nicht eines Besseren belehrt. Oder ob der Name einer Randersackerer Lage, den die GWF auch im Programm hat irgendwann enorm unlustig klingt: Ewig Leben.
Bonmot am Rande. Auf der Homepage der Genossenschaft findet sich nichts zu der Vinothek. Man ist wohl selber skeptisch, wie das mit der neuen Betankungsanlage läuft…
Wolfgang Hehle vom Weingut Deutzerhof ist tot. Nach Gerhard Stodden verliert das Ahrtal damit in kürzester Zeit einen weiteren seiner besten und profiliertesten Winzer. VINUM-Lesern ist Wolfgang Hehle unter anderem bekannt, weil wir mit seinem Sohn Johann den interaktiven „Wein 2.0“ erzeugten. Als gelernter Steuerfachmann bestand er 1982 die Prüfung zum Winzermeister, brachte das Gut zu seiner heutigen Größe, und machte es zu einem der besten des Landes. Nach langem Leiden unter einer schweren Krankheit erlag er dieser heute morgen im Kreis seiner Familie.
Wolfgang war ein echter Freund, seit vielen Jahren. Eine meiner ersten Weinreisen führte mich zu ihm, damals war ich gerade volljährig und fuhr einen alten, klapprigen VW Käfer. Obwohl man mir ansah, dass ich kaum Geld für auch nur eine einzige Buddel teuren Wein hatte, nahm er sich die Zeit für eine ausgiebige Probe und sogar für eine Kellerführung. So war er, wenn er bei jemandem Begeisterung für Wein spürte, weil er genau diese Begeisterung auch hatte. Wer bei ihm zur Probe kam, der war bei Freunden – und konnte nicht einfach einen einzigen Wein verkosten, nee, das ging nicht. „Komm, den musste unbedingt noch probieren!“ Gerne präsentierte er seine Weine blind, ließ einen raten, was man im Glas und wie er das hinbekommen hatte. Und er erzählte und erzählte, wenn er einmal anfing, dann hörte er nicht mehr auf. Aber es gibt auch eben so viel zu erzählen, wenn einem das Herz übergeht vor Wein.
Ich muss bei Wolfgang immer an das Lied „Jraaduss“ der Kölschrocker „Bap“ denken. Der Refrain lautet übersetzt: Bleib da, wo du bist / Halt dich irgendwo fest / und bleib so wie du warst /geradeaus. So war Wolfgang, geradeaus, ehrlich, authentisch, hatte das Herz auf der Zunge (und er hatte ein verdammt großes Herz), auch wenn das mal zu Ärger führte, egal, er sagte was er dachte, ungeschminkt. Manchmal sind Weine wie ihre Winzer, dann tragen sie wirklich eine Handschrift, dann sind sie nicht gemacht nach einem Trend oder dem Mainstream, dann sind sie das, was der Winzer fühlt, was er ist. Die Weine des Deutzerhofs waren immer wie Wolfgang: authentische Weine, die sich nicht scheuten Ecken und Kanten zu haben, die gerade wegen ihrer Ecken und Kanten begeisterten, Weine mit großer innerer Kraft und Spannung, die von ihrer Heimat, dem Ahrtal erzählten. Vom Schiefer. Den steilen Hängen. Den heißen Sommern. Der harten Arbeit. In ihrer Straffheit waren es Spätburgunder für Riesling-Trinker. Wolfgang schätzte Laurent Ponsot aus dem Burgund, einen positiv Verrückten, das war Wolfgang auch – glücklicherweise mehr positiv und weniger verrückt als Ponsot. Außerdem: Immer unter Strom. Starkstrom. Großes Aggregat. Stets feilte er weiter an seinen Weinen, das hielt ihn am Laufen, Ehrgeiz sympathisch, der Jürgen Klopp unter Deutschlands Winzern. Und er lachte gern, war eine rheinische Frohnatur, dann funkelte es in seinen Augen, er hatte den Schelm im Nacken, man sah ihm auch an, wieviel Freude es ihm bereitete, wenn ein Wein gelang, das war wie ein 4:0 Kantersieg in der Champions League.
Wolfgang war in seinem Ahrtal verwurzelt. „Was soll ich denn woanders?“ sagte er einmal zu mir. „Guck dich um! Wo soll es denn schöner sein?“ Man kann ihn verstehen, ihn, den Jäger, der stundenlang auf dem Hochsitz verbrachte, den Schmecklecker, der Spitzenküche und vor allem gute Saucen zu schätzen wusste, aber ebenso immer auf der Suche nach der besten Currywurst war. Auch bei seinen Weinen war ihm beides wichtig: Brot & Butter-Weine und Spitzenkreszenzen, kein Gut an» Weiterlesen
Weinpatenschaften? Kennen wir. Da wird ein Baum “gepatet” und dafür erhält man pro Jahrgang eine oder mehrere Flaschen. Und meist wird um irgendeinen Baum noch ein Schildchen mit dem Namen des Paten gehangen. So weit, so niedlich. Doch nun gibt es eine Patenschaft mit dem gewissen Extra.
Und zwar im Norden Sardiniens. “Zwischen Bergen und Meer, ensteht derzeit das neue Weingut “La Sughera”. Gründer und Besitzer des Weinguts sind die beiden Schweizer Regula Graf und Francesco Welti, die seit 10 Jahren erfolgreich Wein im Tessin anbauen.”
Seit September 2012 sind die beiden nun Besitzer Jahrtausende altes Weinland. Nun geht es an die konkrete Umsetzung des Projekts, sprich: Land vorbereiten, Reben pflanzen (es geht um Vermentino und die Wiedererweckung alter, roter Sorten), das Hauptgebäude umbauen. Entstehen soll nämlich nicht nur ein 3-Hektar-Weingut sondern auch ein Bed & Breakfest-Angebot. Und genau das ist das gewisse Etwas. Wer aus der Schweiz, Deutschland oder Österreich ist kann “Genussaktien” zeichnen, um so eine Patenschaft für Rebstöcke zu übernehmen. Pro “Genussaktie” im Wert von 1.000 Franken (850 Euro) erhält man während 13 Jahren Übernachtungen (jeweils für 2 Personen im Doppelzimmer) und Wein aus dem “eigenen” Rebberg in einem Gegenwert von ca. 1.400 Franken. Sprich: Trinken und Schlafen dort, wo der Wein wächst. Natürlich ist das ein Lockangebot, denn wer fliegt schon nach Sardinien, um dort nur eine Nacht zu verbringen. Aber so hat man zumindest einen Grund, sich auf den Weg dorthin zu machen.
Es ist nicht immer leicht, sich als Weinbaugemeinde ins Gespräch zu bringen. Bertinoro in der Emilia Romagna, bekannt durch die „Riserva Storica dei Sangiovesi di Romagna“ hat es geschafft – zumindest was das VINUM Blog angeht. Und womit? Mit einem Kartenspiel!
Sein Name „Bacchanalia“. Das Spiel, bei dem drei bis sechs Spieler teilnehmen können, beginnt – natürlich – in Bertinoro, wo sich der Gott Bacchus mit seinem Gefolge niedergelassen hat. Jeder Spieler erstellt einen fiktiven Charakter, mit dem er versucht, das Spiel zu gewinnen und zu seiner/ihrem Liebsten zurückzukehren.
Das Spiel entstand in Kooperation mit der Winzervereinigung Consorzio Vini di Bertinoro. Gemeinsam hat man auch eine Deluxe-Edition des Spiels anfertigen lassen, in welcher zusätzlich zu den Spielkarten und einem kleinen Handbuch eine Flasche Sangiovese di Romagna Superiore Riserva aus Bertinoro enthalten ist. Bertinoro – und das finde ich wirklich mal eine schöne Anekdote – verdankt seinen Namen der Legende nach einem Ausspruch der durchreisenden römischen Kaiserin Galla Placidia. Sie soll gesagt haben der Wein des Ortes sei es wert aus Gold getrunken zu werden, wörtlich “berti in oro” – Bertinoro.
Das Spiel wurde jüngst für den deutschen Markt bei den internationalen Spieltagen SPIEL in Essen vorgestellt. Wer jetzt etwas Simples wie Mau-Mau mit Gottheiten erwartet, der wird enttäuscht – oder positiv überrascht. Die Anleitung ist etliche Seiten lang und die Spieldauer mit 2-3 Stunden angegeben, man spielt es mit 3-6 Personen.
Betrunken geht das nicht, denn man muss Szenen aus dem Leben der eigenen Figur erzählen – also erfinden. Als Satyrus vor allem Szenen voller sexueller Hemmungslosigkeit (so steht es in der Anleitung). Ein Spiel für den anspruchsvollen Swinger-Abend also. Ein wenig Wein hilft da sicher, insofern würde ich das Set mit einer Buddel „Riserva Storica dei Sangiovesi di Romagna“ empfehlen. Ich für meinen Teil bleibe bei Skat und Doppelkopf. Das kriege ich nämlich genausogut hin, wenn die Buddel halb leer ist.
HIER kann das Spiel bestellt werden. Kartenspiel mit Weinflasche kosten zusammen 29.90 Euro, wobei man sich den Sangiovese Riserva von acht verschiedenen Betrinoto Weingütern aussuchen kann.
In einigen Weinbaugebieten ist kaum zu begreifen, wer warum VDP-Mitglied (Verband Deutscher Prädikatsweingüter e.V.) ist und wer nicht. In der VINUM haben Rudi Knoll und ich einst eine Liste der Weingüter aufgestellt, die dringend hineingehören, wenn sich der Verband wirklich als Heimat der Spitzenweingüter sieht. Aufräumbedarf besteht weiterhin. In Württemberg hat man nun gleich drei Weingüter neu aufgenommen – womit der Regionalverband auf 18 Betriebe angewachsen ist. Deutschlandweit sind es 201.
Foto: Weingut Kistenmacher-Hengerer (Quelle: VDP)
Die Weingüter Beurer (Kernen-Stetten), Heid (Fellbach) und Kistenmacher-Hengerer (Heilbronn) sind jetzt Teil des elitären Kreises, und man muss tatsächlich sagen: in Württemberg ist fast jedes Weingut der absoluten Spitze Mitglied – einzig das Kleinstweingut Albrecht Schwegler und die Weinmanufaktur Untertürkheim sind (aus unterschiedlichen Gründen) nicht dabei.
Jochen Beurer aus Stetten im Remstal hat sich insbesondere mit seinen ausdrucksstarken, oft geradezu salzig-mineralischen Rieslingen einen ganz besonderen Ruf erworden. Der Weinbautechniker, Jahrgang 1973, gründete als „Garagenwinzer“ 1997 gemeinsam mit Vater Siegfried und Ehefrau Marion sein eigenes Weingut. Inzwischen hat er sich voll und ganz der Biodynamie verschrieben, arbeitet mit Hornmist-Präparaten, schneidet seine Reben nur bei abnehmendem Mond, und arbeitet im Keller komplett ohne Zuchthefen.
Obgleich Hans Hengerers Familientradition im Weinbau bis 1418 zurück reicht, gilt er mit seinem am Fuße des Heilbronner Stiftsberg gelegenen Weingut als Vertreter der neuen Winzergeneration des Anbaugebiets. Seine Stärke ist der Spätburgunder, aber auch Clevner oder Muskateller werden angebaut.
Foto: Gerd & Sohn Alexander Stodden (Quelle: Weingut Jean Stodden)
Wie der Weinreporter meldet, ist einer der größten deutschen Winzer gestern verstorben: Gerhard “Gerd” Stodden vom Weingut Jean Stodden (Rech / Ahr).
Gerhard Stodden war ein Pionier des Barrique-Fasses, ein Verfechter französischer Stilistik, ein Mann der seinen Weg unbeirrt gegangen ist, einer der großen Individualisten unter Deutschlands Winzern. Und ein unheimlich sympathischer Mensch. Ich habe ihn sehr bewundert, ein Mann der trotz seiner Erfolge niemals abhob, bodenständig im allerbesten Sinne, und trotzdem die Welt im Blick. Ein großer Mann mit großem Herz das für den Spät- und Frühburgunder schlug.
Mit 64 Jahren verstarb Gerhard Stodden nun. Seit 2011 führte er den Betrieb mit Sohn Alexander. Dieser verspricht in die mächtigen Fußstapfen seines Vaters zu treten und ist einer der talentiersten jungen Rotweinmacher des Landes. Seine Mutter, Dr. Brigitta Stodden, steht ihm dabei zur Seite.
“Gerhard Stodden war noch nie ein Verfechter des sanften Spätburgundertyps, wie er an der Ahr gepflegt wird. Ganz im Gegenteil, seine Vorbilder sind an der Côte de Nuits in Burgund zu Hause und heißen Dujac, Ponsot und Roumier. Durch deren Keller hat sich der Ahrwinzer gekostet und dabei viel gelernt. Mit einigen burgundischen Winzern verbindet ihn heute eine Freundschaft.”
Ich gehe jetzt in den Keller, hole eine schöne Flasche von Gerd und werde auf ihn mein Glas heben. Er wird dem Ahrweinbau fehlen, seinen Freunden, und nicht zuletzt seiner Familie. So einen wie Gerd Stodden gibt es nur ganz selten.
Es ist soweit. Ich habe ein eigenes Weingut in Frankreich. Ist ja schon lange mein Traum, jetzt ist er endlich wahr geworden. Natürlich nur die besten, ältesten, wurzelechten Reben wo gibt. Wie? Glaubt ihr nicht? Ha! Den Beweis sehr ihr rechts!
Reicht euch nicht? Na gut, hier gibt es ein ganzes Video über mein Weingut:
Was? Ihr glaubt immer noch das sei Fake? Na guuuuut… ihr habt ja Recht… alles erstunken und erlogen. Aber nicht von mir, sondern von der französischen Weinwerbung. Mit drei Fotos, einem Namen und einer Mailadresse kann man sich HIER solch ein Video in Nullkommanix zusammenstellen. Ich habe übrigens auch meinen Kater Yquem in dem Clip versteckt – der gehört schließlich gefühlt nach Frankreich. In dem Video_Editor kann man verschiedene Stile – zum Beispiel glamourös oder komisch – einstellen. Und dann foppt man damit seine Freunde. Die Teilnehmer mit den meisten Besuchern nehmen regelmäßig an Gewinnspielen teil. Der Hauptgewinn: ein Aufenthalt für zwei Personen in einer französischen Weinregion. Also leider nicht das Weingut aus dem Video…