Wine & Music: Alligator Wine

Wine & Music

Wein machen kostet Zeit, Mühe und Geld. Das muss nicht sein, wie Screamin’ Jay Hawkins (1929-2000) in seinem Lied “Alligator Wine” beweist. Der aus Cleveland stammend Hawkins ist vielleicht der erste aller Schockrocker. Er liebte es Leopardenfelle, rotes Leder, und auffällige Hüte zu tragen, ließ sich auch gern in einem brennenden Aarg auf die Bühne tragen. Am liebsten spielte er mit Voodoo-Symbolik wie Schlangen und Gehstöcke, berühmt geworden ist auch “Henry” sein rauchender und sprechender Totenschädel. Hawkins größter Hit ist passenderweise “I Put A Spell On You”.

Aber um Wein geht es darin nicht, dafür muss man schon “Alligator Wine” hören. Der Songtext beginnt wie ein Koch-Rezept, die Zutaten sind allerdings nicht in jedem Supermarkt erhältlich.

Take the blood out of an alligator
Take the left eye of a fish, yeah
Take the skin off of a frog, yeah
And mix it up in a dish
Add a cup of grease swamp water
And then countin’ one to nine
Spit over your left shoulder
And you got alligator wine

Sollte jeder mal ausprobiert haben. Spart den Besuch im Dschungelcamp. Im Song ist der “Alligator Wine” eine Art Liebestrank, der eine Frau gefügig macht. Die Nebenwirkungen sind allerdings enorm, und nicht mit handelsüblicher Literware zu vergleichen:

It’ll make your head bald, babe
I say it make your toes freeze
It’ll turn your blood into steam – ASHHH!
It’ll make you cough and sneeze
You gotta scream UHH like an eagle
You gonna roar like a mountain lion
When you get finished drinking
Good old, yeah, alligator wine

HIER gibt es Song in guter Qualität aber mit merkwürdigem Standbild zu sehen:

Die Tonqualität ist HIER bedeutend schlechter, dafür sieht man den rockenden Voodoo-Priester live Berliner “Lucky Strike CLub” (1994):

03.02.2012 um 7:00, Wine & Music » Keine Kommentare     » Weiterlesen

Missionswerk Öxle – Telmo Rodriguez: El Transistor

Missionswerk Öxle

Im Missionswerk Öxle wird diesmal ein Verdejo aus Rueda (Spanien) zur Bekehrung eingesetzt. Genauer gesagt ein 2008er Bodegas Telmo Rodriguez “El Transistor”. Der umtriebige Telmo Rodriguez ist einer der bekanntesten, umtriebigsten und renommiertesten Winzer des Landes, umso spannender zu sehen was hinter diesem Spitzenweißwein mit dem ungewöhnlichen Namen steckt, der etliche Male über 90 Punkte eingeheimst hat. Zur Verfügung gestellt wurde der Wein von “Gute Weine Lobenberg”.

GROSSE VERLOSUNG: Unter allen Kommentaren, die zu diesem Beitrag in den nächsten zwei Wochen eingehen, wird eine Flasche des Weins verlost – egal, was drin steht. Spannend fände ich eure Erfahrungen mit Weiß-Weinen aus Spanien. Ist deren schlechter Ruf verdient?

Nur zur Frage: Warum ich einen Biertrinker zum Wein bekehren will? Weil das VINUM-Blog auf Bekehrungs-Mission ist! Ich selbst bin ja überzeugter Weingeniesser; doch nicht alle Menschen wandeln auf dem rechten Pfad! In meiner Videokolummne “Missionswerk Öxle” versuche ich, den Kabarettisten Hagen Range – einen Biertrinker – vom einzig Wahren, dem Wein, zu überzeugen. Oder besser: ihn zu missionieren!

Aber schafft das ein dieser Tropfen? Die Antwort darauf gibt’s im Video.

31.01.2012 um 7:00, Aus dem Leben eines Weingeniessers » 1 Kommentar     » Weiterlesen

Mit 25.000 Euro sind sie dabei…

News aus der Weinwelt

Rebstockpatenschaften sind fast schon Standard in der deutschen Weinlandschaft. Das Pfälzer Weingut Heinrich Vollmer GmbH & Co. KG (das auch in Argentinien ein Weingut betreibt) hat nun eine neue Möglichkeit gefunden, wie Weinfreunde ihr Geld in Reben anlegen können, und zwar viel Geld: die Kommanditgesellschaft “Club der 100″.

Das Weingut Vollmer ist mit 104 Hektar einer der Riesen der Region und im “Gault Millau WeinGuide Deutschland” unter den “Empfehlenswerten Betrieben” gelistet. Die vor 25 Jahren im Valle de Uco gegründete Bodega Enrique Vollmer verfügt über 190 Hektar im Ertrag stehender Rebfläche.

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Foto: Heinrich / Enrique Vollmer

100 Investoren haben jetzt die Möglichkeit Kommanditanteile am Unternehmen zu erwerben. Der „Club der 100“ sieht einen Mindestanlagebetrag pro Investor in Höhe von 25.000 Euro inklusive Agio und eine Laufzeit von mindestens fünf Jahren vor. Das Geldanlage-Konzept offeriert eine garantierte Gewinnbeteiligung in Höhe von sechs Prozent pro Jahr auf das eingesetzte Kapital. Dabei werden jährlich drei Prozent der Beteiligung in Geld und weitere drei Prozent in Wein aus dem Vollmer‘schen Sortiment ausgezahlt. Clubmitglieder kommen zudem in den Genuss weiterer Vergünstigungen sowie einer Wein-Rarität pro Jahr ab dem dritten Jahr ihrer Beteiligung. Es lohnt sich also vor allem für Weingenießer, welche die Produkte des Hauses gerne und ausgiebig konsumieren.

Ach, ja: Was soll mit den 2,5 Millionen Euro eigentlich gemacht werden? Dazu das Weingut: “Die Zielsetzungen des Weingutes sind die weitere Etablierung der Marke „Vollmer“ im Markt sowie der Ausbau und die Ausweitung der Vertriebsaktivitäten in Deutschland und in Argentinien.”

Für die „Club der 100“-Geldanlage kann ab sofort bis Mai gezeichnet werden. Weitere Informationen unter: Weingut Heinrich Vollmer, Tel. 06237- 40030 bzw. joseph.kugler@vollmerweine.de .

30.01.2012 um 7:00, News aus der Weinwelt » Keine Kommentare     » Weiterlesen

Weinwissen für Angeber XIX

Weinwissen für Angeber

Diesmal geht es bei “Weinwissen für Angeber” wieder um das wichtige Thema “Weinbeschreibungen” – das tägliche Brot des Weinangebers. Unter anderem erfährt man, warum Weinkenner “grandios” statt “gut” sagen, was wirklich hinter den Weinbeschreibungen “Kristallklar” und “Passt wunderbar zu Fisch” steckt und warum ein “Wohlstrukturierter Körper” nicht immer etwas mit Pamela Anderson zu tun hat.

Der Inhalt unseres Podcasts basiert übrigens auf meinem gleichnamigen Buch, das gerade als Neuauflage unter dem Titel “Henns lustige Weinschule” im Bassermann-Verlag erschienen ist. Eine völlig bierernste aber dafür weinseelige Angelegenheit.

Sprecher: Wolfgang Severin & Hagen Range

Regie: Carsten Henn

Produktion: David Stammel (Megagain Soundlab)

Sämtliche Einnahmen aus dieser Podcast-Produktion gehen an das Anti-Aids-Projekt “Hope” in Südafrika.

29.01.2012 um 7:00, Weinwissen für Angeber (Podcast) » Keine Kommentare     » Weiterlesen

VDP ändert Herkunftspyramide

News aus der Weinwelt

Gerüchte gab es schon einige Zeit, jetzt ist es aus: der VDP ändert seine Herkuntspyramide mit dem Jahrgang 2012. Bisher kamen die “Großen Gewächse” unsinnigerweise von “Ersten Lagen”, nun kommen sie von endlich “Großen Lagen” – “Erste Lagen” gibt es jedoch auch. Und auch ansonsten will der VDP eiiges besser machen. Hier die Pressemitteilung im vollen Wortlaut:

Am 25. Januar 2012 fand eine außerordentliche Mitgliederversammlung der VDP Prädikatsweingüter im DLR Rheinpfalz in Neustadt an der Weinstraße statt. Zentrales Thema war die seit mehreren Monaten intensiv diskutierten Überlegungen zur Weiterentwicklung der VDP-Klassifikation. Mit dem 2002 eingeschlagenen Weg der Klassifikation hatte der VDP einen großen Schritt zur weltweiten Renaissance des deutschen Weines eingeleitet. Im ersten Schritt wurde innerhalb der Herkunftspyramide die Spitze mit den Ersten Lagen und den Grossen Gewächsen etabliert. Die Ausgestaltung der Mittelstufe wurde zunächst zurückgestellt, um weitere Erfahrungen im Austausch mit dem Markt zu sammeln. Hier wurden bis dato alle gesetzlich möglichen sowie eigenbetrieblichen Bezeichnungsvarianten verwendet. Die nun vorliegenden Beschlüsse zur Fortentwicklung der VDP-Klassifikation haben das Ziel, das Werteversprechen der Klassifikation einzulösen, zu mehr Übersichtlichkeit beizutragen und dem Konsumenten eine klare Orientierung zu geben.
Nach engagierten und fairen Diskussionen votierten die Delegierten einstimmig für die Beschlussvorlage zur VDP-Klassifikation. Durch den Beschluss wird im Wesentlichen die Nomenklatur der VDP-Klassifikation logischer aufgebaut, die Bedeutung der Lagen als Herkunft der besten Weine gestärkt und das Mittelsegment klarer strukturiert. Die Beschlüsse treten mit dem Jahrgang 2012 in Kraft.
Die Beschlusslage der VDP-Klassifikation stellt sich zusammengefasst wie folgt dar:

Mitgliederversammlung2_01
Foto: VDP

1) Einteilung der Herkünfte im VDP in vier Stufen

VDP Grosse Lage
VDP Erste Lage
VDP Ortswein
VDP Gutswein

2) Umbenennung der bisherigen VDP Ersten Lagen in VDP Grosse Lagen

Durch die Umbenennung der bisherigen VDP Ersten Lagen in VDP Grosse Lagen wird der Wider-spruch von Ersten Lagen und Grossen Gewächsen aufgehoben und auch die Gleichrangigkeit der fruchtsüßen Weine aus den Spitzenlagen unterstrichen. Mit der Umbenennung der Kategorie soll ausdrücklich nur der Widerspruch in der Nomenklatur gelöst und nicht eine neue höherwertige Kategorie geschaffen werden.

3) Überprüfung der bisherigen Stufe der Klassifizierten Lage

Alle VDP-Regionen und Güter erhalten den Arbeitsauftrag, ihre Stufe der Klassifizierten Lagen kritisch zu überprüfen. Ziel ist es, nur sehr gute Lagen weiterhin auf dem Etikett auszuloben. Damit wird künft » Weiterlesen

27.01.2012 um 7:00, News aus der Weinwelt » Keine Kommentare     » Weiterlesen

Nachverkostet: Twitter Wine Awards 2011

Bei den Twitter Wine Awards Ende 2011 hat eine Bürgerjury aus 102 Rieslingen ihre Favoriten gewählt. Die VINUM-Redaktion hat die jeweils fünf bestplatzierten Weine jeder Kategorie selbst unter die Lupe genommen und ihre eigenen Gewinner ermittelt. Die Überraschung: bei den trockenen Gewächsen stimmte die Redaktion mit der Jury der Twitter Wine Awards zu 100 Prozent überein. Bei den restsüssen Gewächsen aber, ist die Meinung klar geteilt.

Die Ergebnisse im Vergleich:

Trocken bis 6,50 Euro

VINUM-Wertung

Dittelsheimer Riesling trocken 2010
Weingut Uwe Spies, Dittelsheim (Rheinhessen)

Kommentar:
Man glaubt Fruchtsalat im Glas zu haben. Klar und traubig. Säure steht zurzeit noch etwas ab. Macht den Mund wässrig.

Bürgerjury

Dittelsheimer Riesling trocken 2010
Weingut Uwe Spies, Dittelsheim (Rheinhessen)


Trocken über 6,50 bis 12,50 Euro

VINUM-Wertung

Riesling Löss 2010
Vereinigte Weingüter Krebs-Grode, Eimsheim (Rheinhessen)

Kommentar:
Würzig-kräutrige Nase mit Noten von Holunderbeersirup und Cassis. Ein stoffiger Wein zum Kauen. Dank seiner Frische aber nicht pappig.

Bürgerjury

Riesling Löss 2010
Vereinigte Weingüter Krebs-Grode, Eimsheim (Rheinhessen)


Trocken über 12,50 Euro

VINUM-Wertung

Teufelspfad, Riesling trocken 2010
Weingut Braunewell, Essenheim (Rheinhessen)

Kommentar:
Golden im Glas, in der Nase leichter Spontiton? Noten von Räucherspeck. Braucht Zeit. Schöner Schmelz. Ein intellektueller Riesling. Belüften, belüften!

Bürgerjury

Teufelspfad, Riesling trocken 2010
Weingut Braunewell, Essenheim (Rheinhessen)


Halbtrocken/feinherb bis 6,50 Euro

VINUM-Wertung

Riesling Schieferklang feinherb 2010
Weingut K. J. Thul, Thörnich (Mosel)

Kommentar:
Mineralische Nase, Apfel, am Gaumen feine Süsse mit herb-mineralischem Touch. Die Frucht kommt gegen Ende, dürfte etwas persistenter sein.

Bürgerjury

Riesling Schieferklang feinherb 2010
Weingut K. J. Thul, Thörnich (Mosel)


Halbtrocken/feinherb über 6,50 Euro bis 12,50 Euro

VINUM-Wertung

Riesling Steinerd feinherb 2010
Weingut Pauly, Lieser (Mosel)

Kommentar:
Erdig-würzig, mineralisch, am Gaumen schöne Verbindung von pfirsichfruchtiger Süsse und frischer, nicht allzu durch CO2 geboosteter Säure.

Bürgerjury

Piesporter Falkenberg, Riesling Spätlese feinherb 2010
Weingut Cristoph Clüsserath (Mosel)


Halbtrocken/feinherb über 12,50 Euro

VINUM-Wertung

Bruchstück Riesling 2010
Weingut Reinhard & Beate Knelbel, Winningen (Mosel)

Kommentar:
Sehr mineralisch. Am Gaumen mit überraschend herbem Touch. Cremige Frucht, gut ausbalancierte Süsse. Charakterwein.

Bürgerjury

Hamm Riesling 2010
Weingut Reinhard & Beate Knelbel, Winningen (Mosel)


Kategorie süss/edelsüss

VINUM-Jury

Röttgen Alte Reben, Spätlese 2010
Weingut
Reinhard & Beate Knelbel, Winningen (Mosel)

Kommentar:
Pfirsich und Aprikose, ein Hauch Petrol (Sponti?). Vibrierende Frucht im Mund, konterkariert von einer gaumenputzenden Säure. Charmant!

Bürgerjury

Kröver Steffensberg, Riesling Auslese 2010
Weingut Staffelter Hof, Kröv (Mosel)

26.01.2012 um 9:58, News aus der Weinwelt » 1 Kommentar     » Weiterlesen

Weinfreunde für Cinque Terre!

News aus der Weinwelt

Tiere sterben aus, Pflanzen, glaubwürdige Politiker – und nun auch Weinregionen? Ja, leider macht das Aussterben davor nicht halt. Und auch hier ist es dramatisch. Es geht um die Cinque Terre, Unesco-Weltkulturerbe und einzigartige Weinbauregion. Nach Feuersbrünsten, politischen Intrigen und Überschwemmungen steht sie vor dem Ruin. Zerstörte Weinberge, eingestürzte Trockenmauern, evakuierte Dörfer: So sieht das ehemalige Wein- und Wanderparadies heute aus.

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Foto: Merum

Das Weinmagazin “Merum” will die dortigen Winzer deshalb finanziell unterstützen – und wir unterstützen dieses Vorhaben gerne. Weinfreunde können sich am Wiederaufbau der eingestürzten und lebenswichtigen Trockenmauern beteiligen. Denn diese Mauern stellen mit das größte Problem für die Winzer dar. Nach jedem größeren Regen müssen kleinere und größere Stücke von Trockenmauern wieder aufgebaut werden. Das ist zeitaufwendig und kostet Geld, denn die Steine müssen gekauft und in den Weinberg transportiert werden, bevor die Arbeit losgehen kann. Sobald eine eingebrochene Mauer nicht repariert wird, beginnt die Verwahrlosung, denn beim nächsten Unwetter wird auch die darunterliegende Mauer einbrechen, bis der ganze Hang und mit ihm der Weinberg unwiederbringlich abrutscht.

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Foto: Merum

Wie man hilft? Indem man 150 Euro (oder ein Vielfaches davon) auf das unten angegebene Konto überweist. Denn 150 Euro kostet der Wiederaufbau eines Quadratmeters Rebmauer mit einer Tiefe von 60 cm bis 80 cm Tiefe. Mit dem Geld, das “Merum” mit dem Verkauf der von den Verkostungen übriggebliebenen Musterflaschen sammelt, wird die Spende verdoppelt, solange sie mithalten können. Aus einem Quadratmeter werden so zwei, aus drei werden sechs, usw…

Bis zum 31. März 2012 wird gesammelt. Jedem Spender, der eine Mauer von fünf Quadratmetern (zehn Meter inklusive Verdoppelung) oder mehr sponsert, wird mit einem auf seinen Steinen angebrachten Messingschild gedankt. Für kleinere Spenden wird eine gemeinsame Erinnerungstafel mit den Namen der Spender errichtet.

Spendenkonto
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Stichwort: Spendenaktion Cinque Terre
Währung: Euro
Bank: UBS AG, CH-4002 Basel
IBAN: CH08 0023 3233 6097 0262 P
BIC: UBSWCHZH80A
Kontoinhaber: Merumpress AG, Hofacher 24, CH-8627 Grüningen

23.01.2012 um 14:42, News aus der Weinwelt » Keine Kommentare     » Weiterlesen

Fluch der… Slowakei

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Blindprobe bei Freunden, kein Thema, nur Piraten, der Gastgeber hatte den Abend deshalb passenderweise “Fluch der Karibik” getauft. Ich hatte einen Wein eingsteckt, um die anderen zu ärgern. Denn: wenn ich mich schon blamiere, sollen es die anderen bitteschön auch. Das ist nur fair, oder? Und bei diesem Wein war ich mir sicher, dass die anderen nicht drauf kommen würden: Château Belá Riesling 2008 (Slowakei).

Der Wein wird in Kooperation mit Winzerlegende Egon Müller IV. produziert, den man sonst nur von seinem Saar-Weingut kennt. Die Verkoster schnupperten, rochen Riesling, grübelten, tippten auf die Pfalz, genauer gesagt die Mittelhaardt, obwohl der Wein wenig Obstaromen und mehr Würze (20% Edelfäule) und Erde aufwies, und dann diese prägnante Säure… merkwürdig. Aber doch, das müsste die Pfalz sein. Gut sei der Wein, keine Frage, wenn auch die Selektion nicht in absoluter Sorgfältigkeit durchgeführt wurde, kein Riese also, aber ein wirklich interessanter Tropfen. Nicht einfach zu trinken wegen der ungewohnten Aromen, aber hochspannend.

Die Augen waren groß, als ich auflöste. Ich war zufrieden. Soviel Blindproben-Spaß mit einem Wein um die 10 Euro.

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Kastiel Belá, vormals Eigentum der Familie Ullmann, liegt auf der slowakischen Seite der Donau in der Nähe von Stûrovo. Bis zum Ende des Ersten Weltkriegs zu Ungarn gehörig, fiel es im Anschluss an die Tschechoslowakei und von 1937 bis 1945 noch einmal zurück an Ungarn. Die Bevölkerung ist nach wie vor mehrheitlich ungarisch. 1946 wurde Baron Ullmann zum Verlassen gezwungen; seitdem verfiel das Schloss zur Ruine. Zuletzt gelang es der Familie, das Anwesen zurückzukaufen, und nach aufwändigen Renovierungsarbeiten ist es der Öffentlichkeit nun wieder in Gestalt eines Fünf-Sterne-Hotels zugänglich.

In einem Joint Venture mit dem Weinmacher Miroslav “Miro” Petrech (der unter anderem in der Wachau arbeitete) und der Familie Ullmann, den Besitzern des Kastiel Belá, erzeugte Egon Müller IV. hier seinen ersten trockenen Riesling. Der erste Jahrgang des Projekts war der 2001er. Produziert werden Riesling, Cabernet Sauvignon, sowie Stroh- und Eisweine.

Das Klima ist kontinental geprägt mit kalten Wintern und heißen, trockenen Sommern und – was das Wichtigste ist – mit lang andauernder Trockenheit im Herbst. Als wärmstes Gebiet der gesamten Slowakei bietet es ideale Bedingungen für den Weinanbau. Vom Westen und Norden her ist es durch das Karpatengebirge geschützt. Auf einer Strecke von etwa vier Kilometern ist das Terrain von der Donauseite her flach, um dann zu sanften Hügeln anzusteigen, auf denen das Schloss liegt. Die Hügel sind von Reben bedeckt und schon immer zählte ein beachtlicher Weinberg zu Baron Ullmanns Besitz. Der alte Weinkeller ist von enormer Größe und kam beim Wiederaufbau des Schlosses zuerst zum Zuge.

20.01.2012 um 7:00, Aus dem Leben eines Weingeniessers » Keine Kommentare     » Weiterlesen

Neues Mittelrhein-Weinbuch

News aus der Weinwelt

Obwohl der Mittelrhein Deutschlands einziges Weinbaugebiet ist das gleichzeitig (zumindest zum Teil) den Status als UNESCO-Welterbestätte innehat, hört und liest man zumeist wenig über die weinbaulich gesehen kleine Region. Jetzt hat die überschaubare Literatur zum Mittelrhein Zuwachs bekommen: das Buch “Mittelrhein-Wein – Ein dionysisches Porträt” von Dr. Jens Burmeister.

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Der Chemiker Jens Burmeister setzt sich seit Jahren auf seiner Seite www.mittelrhein-weinfuehrer.de mit der Region auseinander. Und mit seinem Buch “Weinromantik und Terroirkultur” hat er bereits ein Werk über die Region veröffentlicht. Sein neues Buch ist jedoch anders. “Vorsicht: Mittelrheinwein ist kein konventioneller Weinführer!” steht als Warnung auf der Rückseite. Angst muss aber keiner haben. Das Buch ist Burmeisters Versuch Stuart Pigott nachzuahmen, sehr persönlich, mit Vergleichen aus Musik und Literatur, mit poetischen Weinbeschreibungen und beschreibenden Einsprengseln. Zwar ist Burmeister kein Pigott, munter zu lesen ist das Buch aber nichtsdestotrotz. Es konzentriert sich auf 12 Weingüter, darunter auch solche, die noch zu den Geheimtipps zählen. Hier die komplette Liste: Weingut Marco Hofmann, Stadtweingut Bad Hönningen, Weingut Pieper, Weingut Angelika & Jörg Belz, Weingut Villa Riesling, Weingut Lanius-Knab, Weingut Heinrich Weiler, Weingut Dr. Randolf Kauer, Weingut Selt, Weingut Ratzenberger, Weingut Friedrich Bastian, Weingut Weingart.

Das Buch hat 224 Seiten, keine Fotos, wurde von Dr. Jens Burmeister als Eigenproduktion bei “Books On Demand” veröffentlicht, und kostet 17.90 Euro. Ein Klarer Lesetipp für alle Freunde der Riesling-Region.

17.01.2012 um 7:00, Aus dem Leben eines Weingeniessers » Keine Kommentare     » Weiterlesen

VINUM-Blog Zeichner mit neuem Buch

News aus der Weinwelt

Oft höre ich, wie gelungen und pfiffig die Icons sind, mit denen die Rubriken im VINUM-Blog versehen sind. Sie stammen allesamt vom Kölner Zeichner Leo Leowald, der durch seinen täglichen Comic-Strip auf der Website www.zwarwald.de bekannt wurde. Als Illustrator hat er für Publikationen wie “taz”, “Spex” oder “Jungle World” gearbeitet. Im Reprodukt-Verlag erschienen von ihm die Comic-Bände “Elementartierchen” und “Raues Sitten”, außerdem illustrierte Leo Leowald zwei Kinderbücher.

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Und nun gibt es endlich einen neuen Band für Leowald-Fans. Er heißt “Stopptanz”, ist 192 farbige Seiten stark und versammelt Herausragendes aus seinem Comic-Tagebuch. Leo Leowald ist einer der Großen in der deutschen Zeichner-Szene, sein subtiler Witz, seine Fähigkeit in Alltagssituationen das skurrile, besondere und einfach lustige zu sehen, aber auch seine Freude an abstrusem Quatsch, machen seine Comic-Strips einzigartig. Deshalb: 18 gut angelegte Euro, auch wenn es in dem Buch leider überhaupt nicht um Wein geht. Aber dazu trinken kann man ihn prima.

HIER gibt es einen witzigen Werbe-Clip zum Buch – unbedingt auf das Play-Zeichen drücken. Und nicht nur einmal.

14.01.2012 um 7:00, Aus dem Leben eines Weingeniessers, News aus der Weinwelt » Keine Kommentare     » Weiterlesen